Am vergangenen Freitag hat das Volksbad vor der Volksbühne unter bundesweiter Beachtung aufgemacht, nun ist es vorerst wieder geschlossen: „Unsere Duschen sind derzeit nicht funktionsfähig. Deshalb ist heute und morgen kein Badebetrieb möglich“, heißt es auf der Homepage des Theaters am Rosa-Luxemburg-Platz. Alle, die Zeitfenstertickets gebucht haben, würden direkt kontaktiert.
Am Donnerstag will das Bad wieder öffnen, aber wer weiß. Nun ist also auch das Volksbad, das so anders sein wollte als die anderen Berliner Bäder mit ihrer maroden Infrastruktur, vom Berliner Gang der Dinge erfasst worden. Das ist bitter für den Intendanten Matthias Lilienthal, der am Freitag noch verkündet hatte, dass der Pool ein Statement in einer Stadt sei, in der es selbstverständlich wäre, in Autobahnbrücken 720 Millionen zu investieren, aber nicht, Schulen zu erhalten und Theater anständig auszustatten. Es sollte auch ein Protest gegen den dezimierten Kulturetat sein.
Tatsächlich sprach Berlin tagelang nicht nur über den Pool, sondern auch über die 300.000 Euro, die er kostet. Man diskutiert zudem darüber, ob die Errichtung eines temporären Schwimmbads, das keinen Eintritt kostet, wirklich Aufgabe eines Theaters ist. Die Volksbühne wird jährlich mit über 20 Millionen bezuschusst.














