Der neue Volksbühnen-Intendant, Matthias Lilienthal, lässt ein Pop-up-Freibad vor das Theater bauen. Es ist eine Protestaktion gegen den Verfall öffentlicher Infrastruktur.

Offen für alle: Berlins neues Volksbad

Sebastian Gollnow/dpa

Oberkörperfreie Männer verschrauben in der brütenden Hitze Holzplanken mit dem Metallgerüst, das das marineblaue Planschbecken umgibt. Einer lehnt sich über den Beckenrand, formt die Hände zu einer Schale und gießt sich das Wasser über Kopf und Oberkörper. Am Eingang des Grünen Salons, rechts vom Schwimmbad, hängt ein anderer ein Plakat auf. „Pommes am Volksbad“ steht darauf in roter Schrift.

Mit einem ganz schönen Tamtam lässt der neue Intendant der Volksbühne, Matthias Lilienthal, seinen Auftakt feiern. Eine Premierenparty scheint dem gebürtigen Neuköllner zu profan, er hat vor den Theaterstufen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz kurzerhand ein Schwimmbad errichten lassen. Oder, in den Worten Lilienthals: ein „Spuckbecken“.