Die Schwarze Community reserviert das Berliner Volksbad für einen Mittag. Die Springerpresse nennt das Diskriminierung von Weißen. Hetze ist das.

E s ist der Aufreger der Stunde bei Bild, Welt, Nius und Co: Diskriminierung im Schwimmbad. Untypische Themensetzung, könnte man denken, aber nein, besagte Medien haben natürlich ihren eigenen Zugang gefunden. Sie werfen den Betreibern eines öffentlichen Schwimmbeckens in Berlin vor, Menschen aufgrund ihrer weißen Hautfarbe auszuschließen. Was dahinter steckt? Eine rechte Medienkampagne.

Die wichtigsten Zutaten hierfür sind: eine große Portion vermeintliche Verschwendung von Steuergeldern, Schimpfen auf ein angebliches Elitenprojekt, die Verdrehung von linken Argumenten und zu guter Letzt eine kleine Prise Wahrheit. Dabei ist darauf zu achten, dass diese feinst säuberlich aus dem richtigen Kontext entfernt wird.

Hintergrund der Kampagne ist das Projekt der Berliner Volksbühne. Anlässlich der neuen Intendanz von Matthias Lilienthal gibt es in der Sommerpause statt Bühne ein Becken. Das riesige Schwimmbecken ist von August bis Anfang Oktober mitten in Berlin vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz aufgebaut. Eintritt frei – nur Zeitslots müssen gebucht werden.