Auf dem Weg nach Wien hält die Kolumnistin am Bahnhof Praha Holešovice. Zwischen Häschen, gelben Röcken und Cornettoeis entdeckt sie den Zauber des Alltags.
Zwischenstation Bahnhof Praha Holešovice
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F ür mich gehört es zur Lebenskunst, manchmal aus Berlin zu fliehen. Anders als die vielen Menschen, die den Sommer hier angeblich so lieben, finde ich ihn einfach nur anstrengend. Aus jeder ganz normalen Straße wird ein Laufsteg für Möchtegernmodels, alle sind ständig aufgeregt, und wenn man nicht aufpasst, fährt man versehentlich einen Touristen über den Haufen.
Also steige ich frühmorgens in den Zug und lasse mich mit einem Zwischenstopp in Prag an den Wiener Hausstrand bringen. Mein Kater vom Vorabend hält sich in Grenzen, vor mir liegt ein hinreißendes Salamibrötchen mit Remoulade. Beim Blick aus dem Fenster beobachte ich, wie sich die ostdeutsche Steppe in eine pittoreske Flusslandschaft verwandelt. Ich merke, wie mein Nacken sich entspannt.







