800-Meter-Läuferin Smilla Kolbe, 24, konnte sich während der Leichtathletik-WM über viel Zuspruch freuen: Sie hatte im Vorlauf ihre persönliche Bestleistung verbessert und war die schnellste Zeit auf der Mittelstrecke gelaufen, die einer Deutschen seit dem Jahr 1990 gelungen war. Weil ihre Teamkollegen sich allerdings teils rassistischen Beleidigungen ausgesetzt sahen, machte Kolbe im ZDF-Interview deutlich, wie nahe ihr diese Entgleisungen gingen.»Ich les so viele Kommentare und freue mich wirklich über den ganzen Support«, sagte die Läuferin, die nach dem sportlichen Teil des Gespräches gern »noch eine Sache sagen« wollte. »Trotzdem sehe ich bei manchen Athleten krasse Kommentare in den Kommentarspalten. Wir vertreten hier Deutschland, und ich erwarte da ein bisschen mehr Respekt.« Sich selbst sah Kolbe vor allem durch ihre Hautfarbe vor Hasskommentaren geschützt: »Ich freue mich extrem, dass mich so viele supporten. Aber ich will mir nicht vorstellen, wie das wäre, wenn ich nicht so weiß wäre, wie ich bin.«
Zuvor war Kolbe in ihrem Halbfinale als Sechste um nur zwei Hundertstelsekunden am Endlauf am Freitagabend vorbeigeschrammt, hatte sich aber trotzdem zufrieden mit ihrer zweitschnellsten Karrierezeit gezeigt. Das Sportliche rückte allerdings ohnehin schnell in den Hintergrund.Mabry bedankt sich für die WorteKugelstoßerin Yemisi Mabry, die zum Wochenstart Bronze gewann, reagierte via Instagram auf Kolbes Appell. In ihrer Story teilte Mabry neben Kolbes Interview einige Hasskommentare, die sie unter ihren Posts erhalten hatte. Dazu postete Mabry, Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen, das Wort »Danke« neben einem mit Verbandszeug geflickten Herz-Emoji.












