Smilla Kolbe hat für die schnellste Zeit einer deutschen 800-Meter-Läuferin seit dem Jahr der Wiedervereinigung gesorgt. Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham kam Kolbe in 1:57,80 Minuten als Dritte ihres Vorlaufs weiter – so schnell war seit 1990 keine deutsche Athletin mehr über die beiden Stadionrunden.
»Ich weiß, dass ich in guter Form war, und ich brauchte einfach mal ein Rennen, um das zu zeigen. Natürlich muss trotzdem immer alles klappen, aber es ist gut aufgegangen«, sagte die deutsche Meisterin. In der britischen Olympiasiegerin Keely Hodgkinson, die das Rennen gewann, hatte Kolbe eine perfekte Tempomacherin.Das letzte Mal, als eine deutsche Frau die doppelte Stadionrunde schneller lief, war nach Angaben des Leichtathletikweltverbands am 29. August 1990. Damals liefen die für die DDR startenden Läuferinnen Sigrun Wodars (1:55,87 Minuten) und Christine Wachtel (1:56,11) bei der EM in Split zum Doppelsieg. Wodars hält zudem den deutschen Rekord über 800 Meter mit 1:55,26 Minuten aus dem Jahr 1987.
Kolberg muss nach 300 Metern aufgebenPech hatte kurz nach Kolbes Lauf Majtie Kolberg, die nach knapp 300 Metern wegen einer Oberschenkelverletzung aufgeben musste. Sie hatte die Blessur nach eigenen Worten bereits mit zur EM gebracht und konnte seit einem Monat nicht voll trainieren. »Ich wollte hier unbedingt an der Startlinie stehen«, sagte Kolberg, musste aber eingestehen: »Ich habe mich nicht in der Lage gefühlt, weiterzumachen. Natürlich gibt man immer alles.«












