Am Mittwoch stand Kai Wegner vor einer Mauer. Sie ist 30 Meter lang, knapp drei Meter hoch und besteht aus Aluminium. Der Regierende Bürgermeister nannte den 13. August 1961 „eine schreckliche Zäsur für unsere Stadt“.Hinter ihm war das Brandenburger Tor durch die Konstruktion hindurch zu sehen – mal klar, mal verschwommen. Der Künstler Hubertus Hamm hat dafür eine feine Wabenstruktur gewählt: Je nachdem, wo man steht, sieht man durch die Mauer hindurch oder eben nicht. Eine Rekonstruktion ist sie ausdrücklich nicht.Drei Tage später ist davon nichts mehr zu sehen. Am Samstag wird der Erinnerungsort abgesperrt. Dabei laufen die Erinnerungen an 65 Jahre Mauerbau bis Sonntag weiter.
Die Open-Air-Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ am Brandenburger Tor. Die 30 Meter lange Installation, die an die einstigen Grenzanlagen erinnert, kann am Samstag nicht besichtigt werden.
© Jens Kalaene/dpa
Die Parade führt über den Erinnerungsort
Der Grund liegt einen Steinwurf entfernt. Von 14 bis 22 Uhr zieht Rave The Planet über die Straße des 17. Juni, 34 „Floats“, mehr als 300 „Artists“, rund 300.000 Menschen sind laut Veranstalter angemeldet. Die Strecke verläuft zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern. Also genau dort, wo seit Donnerstag die Installation steht. Kunstwerk und Ausstellung sind an diesem Tag nicht zugänglich, das Gelände ist abgeriegelt. Als Ausgleich bleibt der Erinnerungsort bis zum 17. August geöffnet, einen Tag länger als geplant.Rave The Planet ist eine angemeldete Demonstration – für Frieden, Vielfalt und den Erhalt der Clubkultur. Zum Auftakt ist eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags am Rande des Christopher Street Day vom 25. Juli geplant. Eine Menschenmenge, die sich frei über die Straße des 17. Juni bewegt: Genau das war 28 Jahre lang wegen der Mauer, die Ost und West trennte, unmöglich.











