Normalerweise ist ein ungarischer Präsident keine Person, die große Schlagzeilen macht. Er hat zwar etwas mehr Befugnisse als sein deutscher Kollege. So kann er jemanden für das Amt des Ministerpräsidenten oder hohe Positionen in der Justiz vorschlagen, und er hat das Recht, in Sitzungen des Parlaments das Wort zu ergreifen. Aber ansonsten repräsentiert er vor allem sein Land und prüft und unterzeichnet Gesetze. Dass in Ungarn seit Wochen vor allem über das Präsidentenamt diskutiert wird, liegt daran, mit wie vielen grundsätzlichen Fragen dessen Besetzung verknüpft ist.