Beim Thema Jachturlaub scheiden sich die Geister. Die einen sehen sich als stilsichere Jackie-O.-Kopie an Bord gehen und/oder machen sich eine mentale Notiz, dringend den Charterservice des Vertrauens für die Urlaubsplanung zu kontaktieren. Andere wiederum sehen die kotzenden Jachturlauber aus Ruben Östlunds (52) Gesellschaftssatire „Triangle of Sadness“ vor sich, für die der Bootstrip, übrigens auf der berühmten „Christina O“, mit Schiffbruch endet.Zugegeben: Urlaub auf dem Wasser ist nicht jedermanns Sache. Vielleicht macht aber genau das die Faszination eines Jachturlaubs aus: Man kann nie so genau wissen, ob sich aus dem gemütlichen Dahinschippern in der Mittelmeersonne ein unheilvolles Abenteuer entwickeln wird. Damit sind nicht nur Wetterkapriolen auf offener See gemeint; natürlich birgt das Zusammensein an einem Ort, den man bei akutem Lagerkoller höchstens mit dem Jetski spontan verlassen kann, Potenzial für jede Menge zwischenmenschlicher Reibereien. Überschätzte Segelskills, unerzogene Kinder – auf dem Wasser hat niemand Nerven für höfliches Ignorieren.

Besser ehrlich bleibenEs gibt daher eine Regel, die man beim Urlaub auf dem Wasser beachten sollte, ganz gleich, ob man sich einen Luxustrip auf der Superjacht gönnt und sich als Reinkarnation von Lady Di in ihrem einsamen Leopardenlook wähnt oder einen sportlich ambitionierten Katamaran-Törn plant. Man sollte sich wirklich, wirklich sicher sein, wen man mit an Bord lädt. Und man sollte sich wirklich, wirklich sicher sein, ob man mitkommen möchte. Wer hier nicht ehrlich zu sich selbst ist, riskiert, selbst aus einem vermeintlich harmlosen Segeltag auf dem Scharmützelsee eine Odyssee der Nickeligkeiten zu machen (zu windig, zu heiß, zu nass).