Der russische Staat hat derzeit zunehmend Schwierigkeiten, sich am heimischen Kapitalmarkt frisches Geld zu beschaffen. Nach Angaben des russischen Wirtschaftsmediums RBC zogen Privatanleger allein im Juli fast 90 Milliarden Rubel aus Anleihefonds ab – der höchste monatliche Mittelabfluss seit Beginn der Statistik im Jahr 1998. Das Finanzministerium in Moskau musste daraufhin mehrere Auktionen neuer Staatsanleihen für gescheitert erklären und die Emissionen schließlich auf unbestimmte Zeit aussetzen.

Moskau finanziert Staatshaushalt auch über Staatsanleihen

Für die Regierung in Moskau ist es keine gute Nachricht. Denn Russland finanziert einen Teil seines Haushalts über Staatsanleihen. Und dieser Haushalt steht wegen der hohen Ausgaben für den Krieg gegen die Ukraine ohnehin unter wachsendem Druck.

Anleihefonds investieren einen erheblichen Teil ihres Vermögens in genau diese Papiere. Ziehen Anleger ihr Geld ab, sinkt die Nachfrage nach neuen Staatsanleihen. Für Moskau wird es dadurch schwieriger und teurer, sich neues Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen – und letztlich auch den Krieg zu finanzieren.

Warum Russen dem Staat kein Geld mehr leihen wollen