Jahrelang zwang der Kreml viele russische Unternehmer nach Beginn der Invasion in der Ukraine dazu, Vermögen und Firmen wieder nach Russland zurückzuholen. Nun scheint sich der Trend umzukehren. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg bringen mehrere der reichsten Russen derzeit erneut Milliarden außer Landes – aus Sorge vor Enteignungen, der schwächelnden Wirtschaft und zunehmendem Druck durch den Staat.Bloomberg beruft sich auf sechs wohlhabende Russen sowie weitere mit den Vermögensentscheidungen der Elite vertraute Personen. Demnach hätten mehrere Milliardäre in den vergangenen Monaten zusätzliche Vermögenswerte ins Ausland verlagert. Beliebte Ziele seien Immobilien, Gold, Kryptowährungen sowie private Investmentfonds, vor allem in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Russland: Angst vor Verstaatlichungen wächst
Auslöser seien mehrere spektakuläre Vermögensbeschlagnahmungen seit 2024. Nach Angaben der russischen Generalstaatsanwaltschaft brachte der Staat allein im vergangenen Jahr Vermögenswerte im Wert von mehr als vier Billionen Rubel wieder unter staatliche Kontrolle. Nach dem aktuellen Wechselkurs entspricht das rund 44,6 Milliarden Euro.
Zu den bekanntesten Fällen gehören die Vermögensentzüge beim Agrarunternehmer Wadim Moschkowitsch (der Agrarkonzern Rosagro), beim Goldunternehmer Konstantin Strukow sowie beim Moskauer Flughafen Domodedowo, dessen Eigentümer Dmitri Kamenschtschik Vermögenswerte verlor.








