PfadnavigationHomePolitikAuslandArtikeltyp:LivetickerSpanische Exklave CeutaRegierung geht nun von 72.000 Migranten aus – Opposition fordert Entlassung zweier MinisterStand: 16:02 UhrNach dem Sturm auf Ceuta gibt es widersprüchliche Angaben zu Migrantenzahlen. Während Marokko von 40.000 spricht, nennt Ceutas Präsident mindestens 80.000. Tausende Migranten harren aus, die humanitäre Lage bleibt angespannt.Die EU-Innenminister sprechen über mögliche Folgen nach der Migrationskrise. Die spanische Regierung bestreitet, gewarnt worden zu sein. Die Opposition fordert Rücktritte. Alle Entwicklungen im Liveticker.Der Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta hat die Debatte um den Umgang mit illegaler Migration nach Europa wieder entfacht. Alle Entwicklungen und Reaktionen zur Lage in Ceuta im Liveticker15:31 Uhr – Dienstag, 04. AugustOpposition fordert Entlassung zweier MinisterDer Generalsekretär des oppositionellen Partido Popular (PP), Miguel Tellado, hat den spanischen Premierminister Pedro Sánchez aufgefordert, zwei seiner Minister zu entlassen. Innenminister Fernando Grande-Marlaska und Verteidigungsministerin Margarita Robles seien „der Situation nicht gewachsen gewesen“, sagte der konservative Politiker einem Bericht der spanischen Zeitung ABC zufolge. Sie hätten nicht gehandelt, obwohl sie gewusst hätten, dass sich „eine Menschenlawine“ auf die Grenze in Ceuta zubewege. Tellado betonte, die Zentralregierung sei informiert gewesen, da Ceutas Stadtpräsident Juan Jesús Vivas bereits am Montag vor dem Ansturm gewarnt habe. Sánchez’ Kabinettschef habe ihm dabei lediglich gesagt, man solle sich keine Sorgen machen.Die spanische Regierung bestritt unterdessen, von Geheimdiensten gewarnt worden zu sein. Innenminister Grande-Marlaska erklärte, die Berichte der Dienste hätten lediglich auf den üblichen, saisonbedingten Anstieg von Versuchen, Ceuta über das Meer zu erreichen, hingewiesen.14:58 Uhr – Dienstag, 04. AugustSpaniens Innenminister: „Von 72.000 sind 70.000 bereits zurückgekehrt“Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska beziffert die offizielle Zahl der in Ceuta eingedrungenen Migranten auf 72.000. „Von diesen 72.000 sind 70.000 bereits zurückgekehrt“, sagte er bei einer Pressekonferenz nach der EU-Innenministerkonferenz. An der Rückführung der übrigen werde gearbeitet. Die Grenzübertritte seien außerdem „vollständig zum Erliegen gekommen“. Der Schengen-Raum sei „zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise gefährdet“ gewesen. Dies sei bei der Konferenz der Innenminister deutlich geworden. Bisher hatte die Zentralregierung von 50.000 bis 60.000 Personen gesprochen. Ceutas Stadtregierung hatte am Montag eine deutlich höhere Zahl genannt. Demnach waren seit Donnerstag 80.000 Migranten in die Exklave eingedrungen.Der spanische Innenminister Fernando Grande-MarlaskaQuelle: Susana Vera/REUTERS16:12 Uhr – Dienstag, 04. AugustEU-Kommissar kritisiert Legalisierung hunderttausender MigrantenEU-Migrationskommissar Magnus Brunner hat die von Spanien beschlossene Legalisierung hunderttausender Migranten als „kein gutes Signal für Europa“ kritisiert. Zugleich wies er einen Zusammenhang mit der jüngsten Migrationskrise in Ceuta zurück. „Wir sehen keinen direkten Zusammenhang zwischen Legalisierungen und den Vorfällen in Ceuta“, sagte Brunner nach einem Treffen der EU-Innenminister in Brüssel. Kritik an Spanien sei dort nicht geäußert worden. Brunner fügte hinzu, die Entscheidung zur Legalisierung sei eine souveräne Angelegenheit Spaniens. Zuvor hatte Italiens Außenminister Antonio Tajani die Legalisierung kritisiert. Die spanische Regierung hat Anfang 2026 eine umfassende Reform des Ausländerrechts beschlossen, die Hunderttausenden zu jenem Zeitpunkt bereits in Spanien lebenden Migranten den Weg zu einer Aufenthaltserlaubnis erleichtern soll.14:40 Uhr – Dienstag, 04. AugustEU-Länder wollen soziale Medien besser im Blick habenDie EU-Staaten wollen nach ihrem Streit über die Migrationskrise in Ceuta künftig geschlossener auftreten und durch Frühwarnsysteme besser vorbereitet sein. Die Kommunikation in Krisenzeiten könne durch zeitnahe Koordinierung weiter gestärkt werden und sollte kohärenter sein, wie die Mitgliedsländer nach einer außerplanmäßigen Videokonferenz mitteilten. Um auf vergleichbare Situationen künftig besser vorbereitet zu sein, will die EU daher beliebte soziale Netzwerke aufmerksamer beobachten. In der Mitteilung nach der Sondersitzung hieß es, um künftig das gemeinsame Lagebild zu verbessern, könnten Frühwarnsysteme weiterentwickelt werden etwa durch die Überwachung sozialer Medien.13:58 Uhr – Dienstag, 04. AugustHunderte unbegleitete Minderjährige in Ceuta können nicht abgeschoben werdenNach Angaben der örtlichen Behörden befinden sich noch „etwa Tausend“ unbegleitete Minderjährige in Ceuta. Das berichtet die spanische Zeitung „El Mundo“ unter Berufung auf einen Sprecher der Autonomen Stadt Ceuta. Die Nachrichtenagentur AP nannte die Zahl 860. Sie machen nun einen großen Teil der 3.000 bis 5.000 Migranten aus, die nach Schätzung der Regionalregierung der Abschiebung aus der Exklave entgangen sind. Unbegleitete Minderjährige können nach spanischem Recht nicht einfach abgeschoben werden. Die Behörden müssen sie zunächst erfassen, unterbringen und ihren individuellen Fall prüfen. Die Zentralregierung in Madrid erklärte, zusätzliche 25 Millionen Euro für die Betreuung der unbegleiteten Minderjährigen zur Verfügung zu stellen. Die Regierung von Ceuta ließ unter anderem zwei Schulen öffnen, um diese zur Unterbringung zu nutzen.13:08 Uhr – Dienstag, 04. AugustSpanische Zeitung: Ermittler entdecken mutmaßliche Dschihadisten unter Ceuta-MigrantenSpanische Terrorfahnder haben unter den in der vergangenen Woche nach Ceuta gelangten Migranten nach Informationen der Zeitung „El Español“ „mindestens ein Dutzend“ Personen erkannt, gegen die früher wegen dschihadistischer Straftaten ermittelt worden war. Die Betroffenen seien in Spanien festgenommen, verurteilt und anschließend nach Marokko abgeschoben worden. Nun sollen sie erneut eingereist sein und könnten sich unter den schätzungsweise 5000 noch nicht zurückgeführten Migranten befinden, schreibt „El Español“. Polizei und Guardia Civil werteten Aufnahmen von Grenzkameras, Medien und sozialen Netzwerken aus. Die Ermittler rechneten dem Bericht zufolge damit, weitere Personen mit Verbindungen zur dschihadistischen Szene zu identifizieren.12:49 Uhr – Dienstag, 04. AugustMarokko hat zum Grenzübertritt ermutigt, sagt der Ex-Vizechef von FrontexDer frühere stellvertretende Exekutivdirektor der EU-Grenzschutzbehörde Frontex, Gil Arias, wirft Marokko eine Beteiligung am Grenzübertritt Zehntausender Migranten nach Ceuta vor. „Das geschieht nicht einfach aufgrund einer passiven Haltung oder Unterlassung seitens Marokkos“, sagte Arias der Nachrichtenagentur AP. „Es gab eine Einladung oder es wurde dazu ermutigt.“ Daran habe er absolut keinen Zweifel.11:58 Uhr – Dienstag, 04. AugustSpanische Volkspartei beantragt Dringlichkeitssitzung im EU-ParlamentDie spanische Volkspartei PP will die Migrationskrise in Ceuta auch auf europäischer Ebene zum Thema machen und hat für die nächste Sitzung des Europaparlaments am 14. September eine Dringlichkeitsdebatte über die massenhafte Einreise beantragt. Das berichten spanische Zeitungen wie „El País“. In derselben Plenarwoche hält EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre traditionelle Rede zur Lage der Union. Parallel dazu wandte sich die PP in einem Brief an sämtliche Europaabgeordnete und warf der Regierung von Pedro Sánchez Versagen vor. Obwohl Sánchez selbst von einer „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ gesprochen habe, habe seine Regierung nicht mit der Entschlossenheit und Verhältnismäßigkeit reagiert, die eine Krise dieses Ausmaßes verlange. 11:57 Uhr – Dienstag, 04. AugustSitzung der EU-Innenminister hat begonnenSeit 10 Uhr beraten die EU-Innenminister in einer Videokonferenz über die Folgen nach dem Ansturm der Migranten auf die spanische Exklave Ceuta. 11:52 Uhr – Dienstag, 04. AugustItaliens Außenminister: „Spanien legalisiert gerade 500.000 Ausländer ohne Papiere“Italiens Außenminister Antonio Tajani kritisiert Spanien wegen der geplanten Legalisierung von 500.000 bislang irregulär im Land lebenden Ausländern. Madrid habe diese Entscheidung nicht mit den europäischen Partnern abgestimmt, sagte Tajani dem „Corriere della Sera“. Inzwischen sei sogar von einer Million Anträgen die Rede. Tajani warnte, die Betroffenen könnten sich nach einer Legalisierung frei im Schengen-Raum bewegen. „Wer hindert diese Menschen daran?“, fragte der Minister.Italiens Außenminister Antonio TajaniQuelle: Getty Images/Thierry Monasse06:45 Uhr – Dienstag, 04. August„Beleidigung für Bewohner von Ceuta“Spaniens Premier Pedro Sánchez verabschiedete sich am Wochenende in einen mehrwöchigen Sommerurlaub auf Lanzarote. Von der Opposition hagelt es Kritik. Carmen Funez, Abgeordnete der oppositionellen Volkspartei PP, schrieb auf X: „Während Ceuta leidet, macht Sánchez Urlaub in La Mareta.“ Es gebe nichts Grausameres, als die Realität zu leugnen. „Zu behaupten, Ceuta lebe in Normalität, während wir alle sehen, was dort vor sich geht, ist eine Beleidigung für die Bewohner von Ceuta.“04:20 Uhr – Dienstag, 04. AugustCSU-Politiker Weber: „Spanien muss seinen Kurs ändern“Der CSU-Europapolitiker und Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber (CSU), forderte Spaniens Regierung in der „Bild“ zu einer Kehrtwende in der Migrationspolitik auf. Weber sagte: „Spanien muss seinen Kurs ändern.“ Die breite Unterstützung des Protests gegen die Regierung von Premierminister Pedro Sánchez und dessen Alleingänge belegten, dass „die linke Sánchez-Regierung isoliert“ sei. Weber warf Sánchez Wahlkampf-Kalkül vor und sagte: „Ceuta zeigt uns auch, dass eine ungesteuerte Zuwanderung auch die Zahl der Todesopfer erhöht. Niemand hätte hier sterben müssen.“01:44 Uhr – Dienstag, 04. AugustCDU-Geheimdienstexperte nennt drei mögliche Ursachen für Geschehen in CeutaDer CDU-Geheimdienstexperte Marc Henrichmann schließt einen hybriden Angriff auf die EU als Ursache für das Geschehen in Ceuta nicht aus. Es gebe mehrere mögliche Szenarien, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) im Bundestag zur Beaufsichtigung der Geheimdienste dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgaben). Eine Möglichkeit sei ein hybrider Angriff auf die Europäische Union.„Eine Ursache könnten die Spannungen zwischen Spanien und Marokko sein, auf die Marokko jetzt wie bereits im Jahr 2021 durch den gesteuerten Ansturm reagiert hat“, sagte Henrichmann. „Es könnten ebenso gut Schleuserbanden verantwortlich sein.“ Und schließlich könnte zutreffen, was die Ukraine sage: „Dass Russland den Ansturm durch Social Media Bots initiiert hat, um die EU unter Druck zu setzen.“ Alle drei Varianten seien plausibel, sagte der CDU-Politiker. Aber die „Smoking Gun“ – also ein klares Beweismittel – fehle noch.20:33 Uhr – Montag, 03. AugustSpanische Neonazi zeigt Hitlergruß vor marokkanischer BotschaftIsabel Peralta, eine bekannte Führungsfigur der spanischen Neonazi-Szene, hat bei einer Demonstration vor der marokkanischen Botschaft in Madrid den Hitlergruß gezeigt. Das geht aus einem Video hervor, das die Gruppe, der sie angehört, selbst verbreitete und das mehrere Medien aufgriffen. In der Rede auf der Demonstration der faschistischen Gruppe Núcleo Nacional sagte Peralta, bei den Vorgängen in Ceuta handle es sich „nicht um Immigration, sondern um eine Invasion“.Am selben Tag hat ein Berufungsgericht eine Verurteilung Peraltas aus dem April 2025 bestätigt. Damals war sie zu einer Geldstrafe und einem Jahr Haft verurteilt worden, weil sie bei einer Demonstration vor der marokkanischen Botschaft 2021 unter anderem „Tod dem Eindringling“ skandiert hatte. Die Richter sahen damit den Tatbestand der Anstiftung zu Diskriminierung und Hass erfüllt.Peralta machte auch in Deutschland Schlagzeilen. Sie wurde im März 2022 am Flughafen Frankfurt festgehalten und umgehend ausgewiesen, da sie eine NS-Flagge und ein Exemplar von Hitlers „Mein Kampf“ im Gepäck hatte. Sie hatte versucht, zu einer Veranstaltung der Neonazi-Partei Der III. Weg zu reisen. Im Januar 2023 verhängten die deutschen Behörden ein lebenslanges Einreiseverbot.19:07 Uhr – Montag, 03. AugustSpanische Regierung weist Vorwurf zurück, Warnungen ignoriert zu habenDie spanische Regierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe Warnungen des Geheimdienstes CNI vor einer Massenankunft ignoriert. Regierungssprecherin Elma Saiz erklärte: „Mit einem derart beispiellosen Ereignis hatte niemand gerechnet.“ Man habe keine Geheimdienstberichte erhalten, die vor einer Migrationskrise dieses Ausmaßes gewarnt hätten, hieß es.Der Sprecher der oppositionellen konservativen Volkspartei (PP), Miguel Tellado, sagte, es sei kaum vorstellbar, dass der CNI von der bevorstehenden „Menschenwelle“ nichts gewusst habe. Auch der Radiosender Cadena Ser berichtete von „mehrfachen Warnungen“.17:02 Uhr – Montag, 03. August„Das war keine Migrationskrise, sondern im Kern ein Angriff“, sagt der Präsident von CeutaDer Präsident der Autonomen Stadt Ceuta, Juan Jesús Vivas, hat scharfe Kritik am Verhalten Marokkos geübt. „Marokko hat uns gezeigt, dass es nicht verlässlich ist. Deshalb bleibt keine andere Wahl, als die notwendigen Mittel einzusetzen, damit es so etwas nicht noch einmal tut“, erklärte der Politiker des konservativen Partido Popular im Interview mit der spanischen Zeitung „El País“.Dabei ginge es „um bauliche Maßnahmen, zusätzliches Personal, mehr Einsatzkräfte sowie technische und materielle Ausstattung“. Man sei an guten Beziehungen zu Marokko interessiert, verlange aber, „dass es die territoriale Integrität Spaniens und die Sicherheit unserer Grenzen respektiert“.Hinsichtlich der Lage in der Stadt sagte Vivas: „Das war eine belagerte Stadt.“ Bewohner hätten sich in ihren Häusern verschanzt. In der Wahrnehmung der Bevölkerung sei dies „keine Migrationskrise, sondern im Kern ein Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“.Vivas erklärte außerdem, Normalität bedeute, „dass all jene Personen, die massenhaft und irregulär nach Ceuta gekommen sind und nicht freiwillig zurückkehren wollen, im Rahmen eines gesetzlichen Verfahrens ausgewiesen werden müssen, und zwar unverzüglich“.Juan Jesús Vivas, Präsident der Autonomen Stadt CeutaQuelle: picture alliance/ZUMAPRESS.com/Angel Garcia15:32 Uhr – Montag, 03. AugustNoch 3000 bis 5000 Migranten in CeutaNach Schätzungen der Regionalregierung von Ceuta halten sich weiterhin zwischen 3000 und 5000 illegal eingereiste Migranten in der spanischen Exklave auf. Das berichtet „El Mundo“. Viele hätten eine angebotene Rückkehr in Bussen abgelehnt. Insgesamt könnten nach Berechnungen der Regierung seit Donnerstag rund 80.000 Menschen nach Ceuta gelangt sein. Das spanische Innenministerium geht dagegen von noch etwa 2500 Migranten ohne geregelten Aufenthaltsstatus aus. „Wir sind noch nicht zur Normalität zurückgekehrt“, sagt der Vertreter des spanischen Innenministeriums in Ceuta, Miguel Ángel Pérez Triano, gegenüber TVE.14:27 Uhr – Montag, 03. AugustArmee fängt Hunderte Migranten abDas spanische Militär hat nach Angaben der Zeitung „El Mundo“ Hunderte Migranten aus mehreren Stadtteilen Ceutas zum Grenzübergang Tarajal gebracht. Allein in Benzú hätten Soldaten mehr als 50 Menschen aufgegriffen und mit Militärfahrzeugen zum Übergang transportiert, von wo aus sie zu Fuß nach Marokko zurückkehren sollten. Weitere mehr als 200 Migranten, viele von ihnen aus Staaten südlich der Sahara, würden von Militär und Nationalpolizei am Strand von Trampolín festgehalten. Damit solle verhindert werden, dass sie in andere Stadtviertel oder zum überfüllten Aufnahmezentrum CETI gelangten. Die für 512 Menschen ausgelegte Einrichtung beherberge inzwischen mehr als 1000 Bewohner.Migranten vor dem Aufnahmezentrum CETIQuelle: Pedro Nunes/REUTERS13:23 Uhr – Montag, 03. AugustBundesregierung dringt auf Konsequenzen aus Eindringen von MigrantenNach dem Massenandrang von vorrangig jungen Männern auf die spanische Exklave Ceuta dringt die Bundesregierung auf Konsequenzen. „Es geht natürlich darum, darüber zu sprechen, dass sich solche Dinge nicht wiederholen“, sagte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille in Berlin mit Blick auf Beratungen der EU-Innenminister am Dienstag. Der Vorfall habe gezeigt, „wie volatil die Lage beim Thema Migration ist“.12:54 Uhr – Montag, 03. AugustKommentar: Nichts ist gut in CeutaIst die Krise von Ceuta schon wieder vorbei? Diese Behauptung wird von vielen Medien unkritisch verbreitet. Die Wahrheit sehe anders aus, kommentiert Tim Röhn, Global Reporter Axel Springer. Den Text lesen Sie hier.11:49 Uhr – Montag, 03. AugustVideos mit „Allahu akbar“-Rufen kursieren in sozialen NetzwerkenIn sozialen Netzwerken verbreiten sich Videoaufnahmen, die Gruppen von Migranten in Ceuta zeigen sollen, die „Allahu akbar“ rufen. Die britische „Daily Mail“ berichtet, eine größere Gruppe sei durch die Straßen der spanischen Exklave gezogen und dabei mit der Polizei aneinandergeraten. Die Menschenmenge habe einen verletzten Marokkaner getragen, der Mann soll von der Polizei verletzt worden sein.Wann und wo die Aufnahmen entstanden sind, lässt sich unabhängig nicht überprüfen. Die spanischen Behörden haben sich zu den Videos bislang nicht geäußert.11:43 Uhr – Montag, 03. AugustCeuta-Minister spricht von 2872 Prozent ÜberbelegungVier Tage nach der massenhaften Einreise von Migranten aus Marokko beziffert Ceuta die Zahl der aufgenommenen minderjährigen Migranten mit 862. Der für die Regierungsführung der Exklave zuständige Minister der Stadtregierung, Alberto Gaitán, sprach von einer Überbelegung von 2872 Prozent.„Die normale Kapazität, die uns das Ministerium zuweist, liegt bei 29. Wir sprechen also von einer Überbelegung von fast 3000 Prozent. Genau genommen: 2872 Prozent“, sagte Gaitán dem Radiosender Cadena SER. Das Interview verbreitete die Nachrichtenagentur Europa Press.06:59 Uhr – Montag, 03. AugustPolizeigewerkschaft widerspricht „falschen Narrativen“ über Ceuta – und teilt Videos von AuseinandersetzungDie spanische Polizeigewerkschaft Jupol widerspricht „falschen Narrativen“, wonach sich die Lage in Ceuta bereits normalisiert habe. Die Situation bleibe komplex und erfordere weiterhin umfassende Sicherheitsmaßnahmen, erklärte die Organisation unter Verweis auf aktuelle Medienberichte und Videoaufnahmen. Demnach hielt die Polizei am Strand von Trampolín eine Gruppe von Migranten unter Kontrolle, während es im Umfeld des überfüllten Aufnahmezentrums CETI zu Steinwürfen und Auseinandersetzungen zwischen Migranten gekommen ist. Auf Videos sind die Auseinandersetzungen zu sehen.06:53 Uhr – Montag, 03. AugustAufnahmezentrum von Ceuta völlig überlastetRund 1000 Migranten warten nach einem Bericht der Zeitung „El Español“ derzeit vor dem völlig überlasteten Aufnahmezentrum CETI in Ceuta auf Einlass. Die für 512 Menschen ausgelegte Einrichtung beherberge bereits mehr als 700 Bewohner. Unter den Wartenden seien neben zahlreichen Marokkanern auch Menschen aus dem Sudan, Algerien und weiteren afrikanischen Staaten, die in Spanien internationalen Schutz beantragen wollten. Viele hielten sich an der Zufahrtsstraße, in den umliegenden Bergen und am nahe gelegenen Strand auf. Anwohner berichteten von Auseinandersetzungen und mutmaßlichen Versuchen, in Häuser einzudringen. Nationalpolizei und Militär seien im Einsatz, um die Lage zu sichern und die Migranten mit Wasser zu versorgen. Ein Polizist kritisierte gegenüber „El Español“, trotz tagelanger Schichten von bis zu 16 Stunden gebe es weiterhin „kein Protokoll“ für den Umgang mit Rückkehrwilligen, möglichen Minderjährigen und Asylbewerbern.Migranten vor dem Aufnahmezentrum am SonntagQuelle: AP Photo/Bernat Armangue23:46 Uhr – Sonntag, 02. AugustMarokko nennt Gründe für AnsturmDas marokkanische Innenministerium hat nach der Migrationskrise in der spanischen Enklave Ceuta in einer ersten offiziellen Reaktion von elf Toten gesprochen. Zehn Menschen seien durch Ertrinken gestorben, während ein elfter von Felsen zwischen der marokkanischen Grenzstadt Fnideq und Ceuta gestürzt sei, erklärte das Ministerium am Sonntag in Rabat zu den Geschehnissen der vergangenen Tage. Die Zahlen sind deutlich geringer als diese aus Spanien: Nach spanischen Angaben starben in den vergangenen Tagen 72 Menschen beim Versuch, Ceuta zu erreichen.Die Migrationskrise war dem marokkanischen Innenministerium zufolge auf eine „böswillige Ausnutzung“ von Onlinenetzwerken, die „Verbreitung irreführender Informationen“ und „fehlerhafte Auslegungen gesetzlicher Bestimmungen“ zurückzuführen. Demnach gab es 40.000 „Versuche“ eines irregulären Grenzübertritts nach Ceuta. Zudem hätten 1135 Menschen versucht, die andere spanische Enklave Melilla zu erreichen, die 400 Kilometer weiter östlich liegt. Laut spanischen Angaben waren mehr als 60.000 Migranten nach Ceuta gelangt.15:19 Uhr – Sonntag, 02. AugustSPD setzt auf Umsetzung des AsylsystemsNach den Ereignissen in der spanischen Exklave Ceuta dringt die SPD im Bundestag auf die Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS). „Um kommenden Fluchtbewegungen entgegenzuwirken, müssen letztlich rechtliche, operative und kommunikative Maßnahmen eng zusammenwirken“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sonja Eichwede der „Rheinischen Post“. Die „konsequente Umsetzung“ des gerade in Kraft getretenen GEAS sei dafür entscheidend. Ceuta sei offenbar Ziel einer „durch Gerüchte und gezielte Falschinformationen“ gesteuerten Migrationsbewegung gewesen, so Eichwede. „Diesem perfiden und kriminellen Geschäft von Schleusern mit Menschenleben müssen wir als Europa gemeinsam entschlossen entgegentreten“, erklärte sie.15:03 Uhr – Sonntag, 02. AugustGrüne rufen zu Aufklärung aufDie Grünen im Bundestag rufen die EU-Innenminister dazu auf, die Hintergründe der Vorgänge rund um die spanische Exklave Ceuta aufzuklären. „Die Hinweise verdichten sich, dass der große Ansturm auf Ceuta kein unkontrolliertes Eindringen, sondern eine gesteuerte Aktion zur Destabilisierung und politischen Spaltung Spaniens und Europas war“, sagte die sicherheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Sara Nanni, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Bei der Dringlichkeitssitzung der Innenminister am Dienstag müsse es um Aufklärung und nicht um „Populismus auf Kosten des europäischen Zusammenhalts“ gehen.14:15 Uhr – Sonntag, 02. AugustGeheimdienst soll vor Massenzustrom gewarnt habenGeheimdienste haben die spanische Regierung in den Tagen vor dem marokkanischen Throntag vor einem möglichen Anstieg der Migrantenzahlen in den autonomen Städten Ceuta und Melilla gewarnt. Darüber berichtet das Portal „The Objective“ und beruft sich auf verschiedene militärische und zivile Geheimdienstquellen. Die Regierung habe diese Warnungen systematisch ignoriert. Schon Tage vor dem Massenzustrom sei vor einem möglichen Massenübertritt nach Ceuta gewarnt worden. 13:53 Uhr – Sonntag, 02. AugustSpanische Regierung installiert BarrierenDie spanische Regierung hat mit der Installation von Eindämmungssperren in Form von Wellenbrechern bei Ceuta begonnen. Das Gerät besteht aus einer 500 Meter langen pneumatischen Barriere und wird durch Bojen verstärkt. Damit will die Regierung das Gebiet besser überwachen und kontrollieren, teilte die „Guardia Civil“ in einem Post auf X mit.13:46 Uhr – Sonntag, 02. AugustPapst zeigt sich besorgtPapst Leo XIV. hat sich besorgt über die jüngste Massen-Migration in die spanische Exklave Ceuta geäußert. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz sagte er am Sonntag: „Ich verfolge die alarmierende Lage in Ceuta mit Sorge.“ Er bete zu Gott, dass „Lösungen des Friedens, der Stabilität und der Gerechtigkeit gefunden werden können“.sebe/krott/nw/ceb/krö/rct mit AP/AFP/dpa/Reuters