Migranten kehren, eskortiert von der spanischen Armee, nach Marokko zurück

Als vergangene Woche Zehntausende Migranten auf die spanische Exklave Ceuta drängten, dauerte es nicht lange, bis viele der EU-Mitgliedstaaten über Spanien und dessen Migrationspolitik herfielen. Nach einer Krisensitzung demonstrieren die Europäer jetzt Einigkeit.

»Es gab in der Runde volle Solidarität mit Spanien«, sagte EU-Innenkommissar Magnus Brunner nach einer Videokonferenz der EU-Innenminister. Der Andrang auf Ceuta sei ein »Test für die Sicherheit der europäischen Außengrenzen« gewesen.Europa habe diesen Test »für den Moment definitiv bestanden«, sagte Brunner. Keiner der Migranten sei von der Exklave Ceuta ans spanische Festland und damit in den Schengenraum gelangt, in dem Menschen ohne Grenzkontrollen reisen können. Das teilte auch das spanische Innenministerium mit.

Italien übt keine Kritik mehrSpanien zufolge hatten rund 72.000 Menschen die Exklave teils schwimmend erreicht, die meisten seien inzwischen nach Marokko zurückgekehrt. Am Dienstag befanden sich demnach noch wenige Tausend Migranten in Ceuta. Mindestens 75 Menschen starben nach Regierungsangaben bei dem Versuch, Ceuta zu erreichen.

In den Tagen zuvor hatten mehrere EU-Staaten Spanien schwere Vorwürfe gemacht, darunter Italien und Dänemark. Der dänische Migrationsminister Morten Bødskov sagte nach der Videokonferenz, sein Land sei »sehr zufrieden« damit, wie Spanien auf den Massenandrang reagiert habe.