Er ist so etwas wie der personifizierte Gegenentwurf zu Gianni Infantino, dem selbstverliebten und machthungrigen Präsidenten des Weltfußballverbandes FIFA. Aleksander Čeferin, der slowenische Präsident des Europäischen Fußballverbands UEFA, also des mächtigsten Kontinentalverbandes in der Welt dieses Sports, arbeitet diskret und respektvoll mit den Shareholdern der von ihm geleiteten Organisation zusammen und vermeidet anders als sein flamboyanter Antipode aus der Schweiz eitle und selbstverliebte Auftritte in der Öffentlichkeit. Čeferin spielt seine Trümpfe im Hintergrund aus, wenn es an der Zeit ist, Infantinos One-Man-Show in der FIFA zum Wohle des Fußballs zu bremsen oder zu beenden.Der 58 Jahre alte Anwalt aus Slowenien, seit 2016 an der Spitze der UEFA, wurde nie öffentlich verdächtigt, vor allem zu seinem eigenen Vorteil zu arbeiten. So hat Čeferin längst erklärt, beim UEFA-Kongress 2027 nicht noch einmal zur Wahl anzutreten. Eine Idee, auf die Infantino bisher nie gekommen ist. Der Walliser Machtmensch, nicht erst seit dem Weltmeisterschaftsturnier in den USA eng mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump verbunden, liebt es, die Mächtigen dieser Welt zu umschmeicheln.Ein leiser Strippenzieher der MachtInfantinos Idee, die nächste Weltmeisterschaft 2030 mithilfe von Investoren zu einem noch größeren Milliardenspiel zu machen, scheiterte, weil sein diskreter europäischer Gegenpart Čeferin in Abstimmung mit den mächtigsten nationalen Verbänden des Kontinents nicht nur mit einem Boykott der europäischen Mannschaften drohte, von denen die sechs besten Teams das WM-Viertelfinale vor drei Wochen erreichten und Spanien am Ende den Titel gewann. Čeferin, ein leiser Strippenzieher der Macht, brachte auch die Kollegen des asiatischen sowie nord- und mittelamerikanischen Dachverbands dazu, Infantinos Solo zu stoppen. Inzwischen muss der FIFA-Präsident sogar damit rechnen, alsbald gestürzt zu werden oder mit seiner Kandidatur für eine weitere Amtszeit von 2027 an zu scheitern.Čeferin, der frühere Karatekämpfer aus Ljubljana, hat sich von Infantino nicht aufs Kreuz legen lassen. Er hat auch schon 2021 die unausgereiften Pläne einer europäischen Superleague der größten Klubs zu Fall gebracht und stattdessen das Erfolgsmodell Champions League mit noch mehr Spielen und einem neuen Modus reformiert. Wie man dem Fußball zu noch mehr Geld verhelfen kann, weiß auch Čeferin. Und verlässt sich dabei anders als Infantino auf die genuine Kraft und wirtschaftliche Kompetenz, die diesem weltweit beliebtesten Sport zumindest in seiner Organisation zu eigen ist. Er ist der erste Diener und Vorkämpfer seines Sports in Europa, Infantino dagegen mutet nun entzaubert an in seinem Kampf um den Erhalt der eigenen Macht.
Aleksander Ceferin: Gianni Infantinos Widersacher bei der UEFA
Der europäische Verbandschef Aleksander Čeferin gibt sich als Gegenentwurf zum FIFA-Präsidenten und hat den Widerstand gegen dessen gescheiterte Investorenpläne organisiert.












