Seit ein paar Tagen ist Heiko Strohmann einer der bekanntesten Politiker Deutschlands, sogar das französische Weltblatt „Le Monde“ berichtete über ihn. Der Bremer CDU-Landesvorsitzende kritisierte in einer Schaltkonferenz seinen Kollegen auf Bundesebene, einen gewissen Friedrich Merz. Oder besser: Er sagte einen Satz, den er selbst als Kritik verstand. Merz führe die CDU wie ein Unternehmen, es handele sich aber um eine Partei, äußerte er. Ob er „Unternehmen“ oder „Firma“ sagte, darüber sind sich die Sitzungsteilnehmer offenbar nicht ganz einig. Aber darauf kommt es auch nicht so sehr an, sieht man davon ab, dass „Firma“ in der Umgangssprache manchmal einen abwertenden Unterton hat.Klare HierachienBedeutsamer erscheint die Frage, ob die Leitung eines Unternehmens wirklich so einfach ist, wie es in Strohmanns Satz klingt. Und ob das Verhalten von Merz in den zurückliegenden Tagen positiver bewertet würde, wenn er tatsächlich einer Firma vorstünde. Das legt Strohmanns Satz wenigstens nahe, und womöglich ist das zu unkritisch gedacht.Strohmann selbst betont auf Nachfrage, er habe nicht sagen wollen, dass das eine oder das andere einfacher oder schwieriger sei. Sondern nur anders. Und er hat das offenbar nicht bloß dahingesagt. Auf Nachfrage schickt er sogleich Auszüge aus einem Vortrag, den er am Bremer Standort der FOM Hochschule für Oekonomie & Management gehalten hat. „In einem Unternehmen gibt es klare Hierarchien, Arbeitsverträge und definierte Verantwortlichkeiten“, heißt es dort. „Selbst dort, wo von flachen Hierarchien gesprochen wird, gibt es am Ende immer jemanden, der die Entscheidung treffen muss.“
Friedrich Merz: Führt er die CDU wie ein Unternehmen?
Merz führt die CDU wie ein Unternehmen, kritisieren Parteifreunde. Wenn es nur so wäre.











