„schäbigeR Deal“ : UEFA entzieht Infantino ihr Vertrauen01.08.2026, 12:34Lesezeit: 2 Min.Der europäische Verband geht auf Konfrontationskurs mit dem FIFA-Präsidenten. Die geplatzten WM-Pläne seien ein Sieg für den Fußball, aber: „Das darf nicht das Ende der Geschichte sein.“ Auch DFB-Präsident Neuendorf fordert grundlegende Änderungen.Die Europäische Fußball-Union UEFA hat nach dem vorläufigen Ende der Investorenpläne mit deutlichen Worten einen Kulturwechsel im Weltverband gefordert. Dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino warf die UEFA vor, einen „schäbigen und undurchsichtigen Deal“ eingefädelt zu haben.„Die aktuelle FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen der UEFA, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie verloren“, hieß es in einer UEFA-Stellungnahme am Samstagmittag: „Wir können nicht länger so weitermachen mit geheimen, in Windeseile durchgepeitschten Plänen, die von anonymen Akteuren ausgeheckt werden und dem Fußball nur zweifelhaften Nutzen bringen. Wir müssen die Verantwortlichen ermitteln und zur Rechenschaft ziehen.“Die UEFA dankte all jenen, „die dem FIFA-Präsidenten deutlich gemacht haben, dass Fußball nicht käuflich ist“. Es sei „ein Sieg für den gesamten Fußball. Doch das darf nicht das Ende der Geschichte sein.“Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fordert am Samstagmittag eine „lückenlose Aufklärung“ der Hintergründe. „Der FIFA-Präsident hat eigenmächtig, intransparent und letztlich auch unverantwortlich im Sinne des Fußballs gehandelt“, teilte DFB-Präsident Bernd Neuendorf auf SID-Anfrage mit.Wie UEFA drängt Neuendorf auf grundlegende Änderungen im Weltverband. „Wir müssen gemeinsam mit der UEFA und anderen Konföderationen dafür sorgen, dass bei der FIFA eine grundsätzlich andere Kultur einzieht. Eine Kultur, in der vor allem Entscheidungen wieder von den Mitgliedern in den Gremien diskutiert und getroffen werden“, sagte der 65-Jährige.UEFA kritisiert „schäbigen und undurchsichtigen Deal“Infantino hatte die UEFA zuvor vorgeworfen, gegen zwei seiner Wahlversprechen verstoßen zu haben: Der Schweizer hatte 2015 Transparenz angekündigt sowie die Verwendung der FIFA-Gelder zum Wohle sowie zur Entwicklung des Fußballs.„Beide Versprechen hat er nicht eingehalten. Der schäbige, hinter verschlossenen Türen ausgehandelte und undurchsichtige Deal, den er durchzusetzen versuchte, war alles andere als transparent. Und trotz Reserven von über fünf Milliarden Dollar hat er es auch versäumt, das Geld der Verbände zum Wohle des Fußballs einzusetzen“, hieß es in dem Statement.Die UEFA werde deshalb „unverzüglich mit Partnern und Interessengruppen weltweit und aus allen Bereichen des Fußballs zusammenarbeiten, um einen neuen Weg für die Verteilung der Ressourcen im Rahmen des bestehenden FIFA Forward-Programms vorzuschlagen“.Auch die englische FA forderte eine Neuausrichtung des Weltverbandes. „Es ist an der Zeit für eine umfassende und gründliche Überprüfung der Führung und Governance der FIFA, um sicherzustellen, dass das globale Spiel transparent geführt wird“, hieß es in einer Reaktion bei X.