Wegen der dramatischen Lage in Ceuta hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach SPIEGEL-Informationen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez telefoniert.In einer Erklärung danach wurde deutlich, dass Merz von der spanischen Regierung ein hartes Durchgreifen an der EU-Außengrenze eingefordert hat. Der robuste Schutz der Außengrenzen der EU sei »entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration«, so die Erklärung aus dem Kanzleramt. Der Kanzler habe »die klare Erwartung an alle EU-Mitgliedstaaten, dass sie dieser Pflicht nachkommen«.
Konkret fordert Merz von Spanien, »die Situation in Ceuta schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen«. Dazu sei es wichtig, »die illegalen Migranten nicht auf den europäischen Kontinent zu lassen«. Marokko müsse die Menschen im Gegenzug »unverzüglich wieder zurücknehmen«. Der Kanzler erinnerte an die im Juni nach mühsamen Verhandlungen von der EU beschlossene Rückkehrverordnung, diese müsse »nun unverzüglich und umfassend umgesetzt werden«.
Sánchez selbst bezeichnete die Grenzübertritte von Zehntausenden Menschen aus Marokko in die spanische Enklave Ceuta in Nordafrika als eine »Verletzung der territorialen Souveränität Spaniens«.
Der Präsident von Ceuta, Juan Jesús Vivas, gab am Freitag bekannt, in den vergangenen Tagen seien rund 60.000 Menschen in der Exklave angekommen. Die Anzahl der Ankömmlinge entspreche etwa 70 Prozent der Bevölkerung. Zunächst war erst von Tausenden, dann von mehr als 40.000 Migranten die Rede gewesen. Bei dem Ansturm kamen Behördenangaben zufolge mindestens 57 Menschen ums Leben.











