Tausende Menschen aus Marokko sind in die spanische Exklave Ceuta gelangt. Italien fordert den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum.

Aus Marokko ins spanische Ceuta: am Grenzzaun, 30. Juli 2026

Antonio Sempere/ap

Rund 3.000 Menschen sind am Donnerstag von Marokko in die spanische Enklave Ceuta gelangt. Spanischen Medienberichten zufolge starben dabei mindestens 18 Menschen. Eine Mole, die zu den sonst streng von Marokko bewachten Grenzanlagen gehört, war vorübergehend frei zugänglich. Ab Mittag zogen große Menschengruppen über den Strand von Tarajal auf dem Gebiet der Gemeinde Fnideq aus südlicher Richtung zu der Anlage. Sie schwammen um die mit hohen Zäunen gesicherte Mole herum, kletterten auf der spanischen Seite über Felsen an Land und liefen in das Stadtgebiet von Ceuta.

Die spanischen Behörden hatten mit der Situation offenkundig nicht gerechnet. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie einzelne Beamte der Guardia Civil die Ankunft der Menschen lediglich beobachten. Einige der Ankommenden rufen „Gracias“ oder „Es lebe Spanien!“, andere knien nieder, küssen den Boden oder werfen ihre Flipflops in die Luft. Andere brechen völlig entkräftet zusammen.