Mehr als 1500 Migranten sind nach Angaben der Behörden innerhalb einer Woche überwiegend schwimmend in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt. Allein in den vergangenen Stunden erreichten erneut Hunderte Menschen das Gebiet, wie der staatliche spanische Fernseh-Sender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die Regionalbehörden berichteten.Sie hätten die Sperranlagen vor der Stadt überwunden, die zu diesem Zeitpunkt nicht von der Polizei bewacht worden seien, meldete die spanische Nachrichtenagentur EFE. Darunter seien Hunderte Jugendliche gewesen. Die marokkanischen Sicherheitskräfte vor Ort hätten sich beim Eintreffen der Migranten zurückgezogen. Die spanische Polizei bestätigte einen Massenansturm an Migranten, ohne zunächst Zahlen zu nennen.Plattform XDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Plattform X angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Plattform X angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Aufnahmen zeigten Migranten, die beim Betreten des Gebiets „Es lebe Spanien“ riefen. Erst in der vergangenen Woche waren den Regionalbehörden zufolge mehr als 1500 Migranten schwimmend in die Stadt an der nordafrikanischen Küste nahe der Straße von Gibraltar gelangt.Der Regierungschef von Ceuta, Juan Jesús Vivas, forderte die spanische Regierung am Donnerstag auf, wegen der hohen Zahl an Ankünften von Migranten den Notstand auszurufen und das Militär an der Grenze zwischen Marokko und Ceuta einzusetzen.Ceuta gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Zugangspunkte für afrikanische Migranten nach Europa. Immer wieder versuchen Menschen, von Marokko aus schwimmend oder über die Grenzanlagen in die spanische Exklave und damit auf EU-Gebiet zu gelangen. In den vergangenen Tagen ist ihre Zahl deutlich gestiegen. Bereits am Mittwoch hatte Vivas erklärt, die Aufnahmeeinrichtungen seien völlig überlastet. Hunderte Migranten müssten auf den Straßen übernachten.Vier junge Migranten bereits auf dem Weg gestorbenDer Weg zu Ceuta ist für viele aber lebensgefährlich. Wer die spanische Stadt und ihre Strände Benzú und Tarajal erreichen will, muss vom marokkanischen Staatsgebiet aus unter Umgehung der Absperr-Einrichtungen im Meer fast vier Stunden schwimmen. Viele können aber kaum schwimmen und benutzen Schwimmreifen, um sich über Wasser zu halten. In den vergangenen Tagen ertranken vier junge Migranten.In der Nacht auf Mittwoch mussten das Rote Kreuz, der spanische Seenotrettungsdienst sowie die spanischen und marokkanischen Grenzschutzbeamten erneut mehr als einhundert Menschen bei Ceuta vor dem Ertrinken retten. Die meisten, die so ihr Glück suchen, sind jugendliche Marokkaner. Viele Migranten stammen aber auch aus Algerien oder dem Sudan.Gerichtsurteil war AuslöserAuslöser des neuen Migrantenansturms auf die EU-Außengrenze bei Ceuta war ein Urteil des Spanischen Obersten Gerichtshofs vor zwei Wochen: Es verbot das Zurücktreiben – „Pushbacks“ oder auch „heiße Rückführungen“ genannt – von Migranten im Meer, die Land suchen.Auch nach EU-Recht sind solche Abweisungen an der Grenze zwar teils untersagt. Spanien berief sich bislang allerdings auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, laut dem das Land Personen, die gewaltsam den Grenzzaun überwinden, unter bestimmten Voraussetzungen unmittelbar nach Marokko zurückweisen darf. Spaniens Oberstes Gericht stellte nun jedoch fest, diese sogenannten Pushbacks dürfen nicht bei Migranten angewendet werden, die schwimmend in spanisches Territorium gelangen, da sie zu keinem Zeitpunkt eine Grenzsicherung überwinden.
An Grenze zu Marokko: Andrang von Migranten auf spanische Exklave Ceuta
Hunderte Menschen erreichten in den vergangenen Stunden die spanische Exklave an der Grenze zu Marokko. Der Regionalpräsident rief die Regierung dazu auf, den Notstand auszurufen und das Militär einzusetzen.











