Viele kennen ihre Nachbar*innen kaum noch. Das Projekt Gemeinsam Kiez lehrt Berliner*innen, wie sich eine lebendige Nachbarschaft aufbauen lässt.
Zusammen macht es mehr Spaß: Freiwillige sammeln im Rahmen einer Aufräum-Aktion Müll von der Straße
Monika Skolimowska/picture alliance
Das große Hitze-Wochenende steckt einigen offensichtlich auch Wochen später noch in den Knochen. „Ich frage mich, wie wir einander besser unterstützen können. Ob es Menschen in meiner Nachbarschaft gibt, auf die wir bei solchen Extremtemperaturen achtgeben müssen“, sagt eine junge Frau. Sie ist vor einem Jahr nach Berlin gezogen und kennt bisher eigentlich niemanden aus ihrem Haus, wie sie erzählt. „Ich wünsche mir mehr Kontakte in meinem direkten Umfeld“, sagt sie. Auch, weil ihre Freund*innen über die Stadt verteilt wohnten, und oft fehle ihr die Kraft, am Abend noch eine Dreiviertelstunde zu fahren, um sich zu verabreden. Deshalb sitzt sie nun an einem Samstagnachmittag in einem Workshop, um genau das zu lernen: Eine lebendige Nachbarschaft selbst aufzubauen.
Wie so etwas gehen kann, das erklärt Lou Rosenkranz, Leiterin des Projekts Gemeinsam Kiez. Sie will den etwa 10 Teilnehmer*innen, vor allem Frauen, mit dem Workshop konkrete Methoden an die Hand geben, mit denen diese die Nachbarschaft aktivieren können. Etwa Haustürgespräche, die sie als ersten Schritt vorschlägt. „Am besten legt ihr einen Termin in zwei bis drei Wochen fest, klingelt an den Türen im Haus oder auch in den Nachbarhäusern und sagt, dass ihr euch gern vernetzen möchtet und ladet zu einem ersten Treffen ein“, sagt sie. Sie empfiehlt, Infos zu Ort, Zeit und Datum auf einer Postkarte mitzubringen. „Es hilft, verbindliche Zusagen einzuholen.“






