Einsamkeit in Berlin: Wo man einfach sein darf

In der Aktionswoche gegen Einsamkeit zeigen Bibliotheken, was der Stadt zunehmend fehlt: Orte ohne Konsumzwang, an denen Begegnung möglich wird.

Einsamkeit geht uns alle an

Es ist einer dieser Junitage, an denen Berlin aussieht wie eine Stadt, die zu lang auf dem Grill geblieben ist. Trotzdem ist der Veranstaltungssaal der Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda in Friedrichshain fast bis auf den letzten Platz besetzt. Vorn liest die Bochumer Psychologieprofessorin Maike Luhmann aus ihrem neuen Buch „Einsamkeit. Warum sie uns alle betrifft.“

Im Publikum: Freundinnen um die 50, die sich offenbar zum gemeinsamen Bibliotheksabend verabredet haben, mehrere People of Colour, junge Frauen aus der Nachbarschaft, die sich noch vor Beginn über Kirschen und Studentenfutter austauschen, ein Mann um die 60. Es ist eine Lesung über Einsamkeit, die sich wie das Gegenteil davon anfühlt.