In Kreuzberg steppt jede Nacht der Bär in den Kneipen und Clubs. In Mitte eröffnet jede Woche eine neue Kunstausstellung in den Galerien. In Berlin lässt sich eine große Auswahl an Kultur erleben. Für jeden ist etwas dabei: klassische Museen, Vernissagen oder Live-Musik. Man lebt am Puls der Zeit.

Das ist der ausschlaggebende Punkt für die vielen jungen Menschen, die sich jedes Jahr entscheiden, in die Hauptstadt zu ziehen: Die Kultur der Gegenwart aufzusaugen. Mit jungen, neugierigen Gleichgesinnten durch die Straßen der Großstadt zu ziehen, wo so viel wichtige Geschichte noch immer flimmert.

Der Hype ist der Untergang

Das ist zumindest die Vorstellung. Das Wunschdenken. Aber schließlich hat Berlin fast vier Millionen Einwohner, und die können nicht alle in den besagten Straßen in Kreuzberg, Prenzlauer Berg oder Mitte wohnen. Mal abgesehen davon, dass sich diese Viertel auch verändert haben und lange nicht mehr das regellose Schlaraffenland der Künstler, Musiker und Feiernden sind. Die Gentrifizierung und Kommerzialisierung haben schon einen großen Teil der Kulturseele vertrieben und für immer aus den Häusern entfernt, die früher Geschichten schrieben – und jetzt zu horrenden Preisen vermietet werden.