Einige Berliner Techno-Institutionen mussten schließen, während andere Locations neu eröffnen. Wie steht es um die Berliner Feierkultur?

Hier kann man machen, was so in Berlin eigentlich nicht mehr möglich ist: einen Underground-Techno-Club mitten in der Stadt.“ Robert Havemanns Begeisterung wirkt ansteckend, während er durch den Keller unter den S-Bahnbögen am Berliner Alexanderplatz führt. Hier – am zentralsten Ort Berlins – liegt sein neuer Techno-Club: das AMT. So genannt, weil es das erste ist, was man tut, wenn man nach Berlin zieht. Ins Amt gehen.

Havemann ist ein Typ mit Humor und „volkswirtschaftlichem Hintergrund“. Er kommt aus der Gastronomie, betreibt eine Cocktailbar in Neukölln und eine Indoor-Surfwelle in Lichtenberg. Die offizielle AMT-Eröffnung ist für den 6. Juni geplant, ein paar Soft-Opening-Events hat es schon gegeben.

In den Club gelangt man durch den dazugehörigen Spätkauf. Havemann gibt eine Mate aus, dann geht es hinter dem Späti-Tresen die Wendeltreppe hinunter. „Magisch“ nennt er das. „Früher war hier mal ein Casino drin, mit furchtbaren abgehangenen Decken.“ An einer Wand sind noch Graffitis mit halbnackten Frauen und Sportautos zu sehen.

Wie Magie erscheint vor allem eines: die Eröffnung eines neuen Techno-Club in einer Zeit, in der negative Nachrichten rund um das immaterielle Unesco-Weltkulturerbe „Berliner Technokultur“ dominieren. Etablierte Clubs wie SchwuZ, Watergate oder Mensch Meier mussten bereits schließen, während das RAW-Gelände und viele weitere Clubs in ihrer Existenz massiv bedroht sind, unter anderem wegen eines geplanten Autobahnausbaus.