Auf seinem Höhepunkt prägte der Techno-Tourismus die Identität Berlins maßgeblich. Günstige Flüge und niedrige Lebenshaltungskosten machten ihn möglich, und in vielen Clubs stellten Touristen zeitweise einen erheblichen Teil des Publikums. So beschreibt es das einflussreiche, 2001 in Australien gegründete, nunmehr in London beheimatete, aber global (von Tokio bis nach Kalifornien) agierende Szeneportal Resident Advisor treffend in einem neuen englischsprachigen Artikel zum ambivalenten Status quo des Berliner Nachtlebens – mit historischem Rückgriff auf den von Tobias Rapp in seinem Berliner Technoszene-Buch „Lost And Sound“ (2009) geprägten Begriff der Easyjetset-Touristen, die mit dem Billigflieger für ein Wochenende nach Berlin zum Feiern kommen.„Während die deutsche Hauptstadt erstmals seit über einem Jahrzehnt einen Rückgang im Tourismus verzeichnet, beginnt die einst prägende Billigflieger-Clubcrowd, die das Nachtleben maßgeblich mitgeformt hat, spürbar zu schwinden“, heißt es in der ausgedehnten Überschrift des Analysestücks von Resident Advisor. Ausdrücklich ausgenommen sind in dieser Rechnung vom stärksten Tourismus-Schwund seit einer Dekade wohlgemerkt die von der Pandemie geprägten Jahre, in denen die Clubs ohnehin weitgehend dicht waren.
Londoner Szeneportal Resident Advisor: „Billigflieger-Clubcrowd schwindet spürbar in Berlin“
Die Krise der Berliner Clubs hat sich bis nach London rumgesprochen. Das Branchenportal Resident Advisor analysiert den Status quo des Berliner Nachtlebens. Schlimm? Jein.








