Heute geht es um den Frust vieler Christdemokraten mit ihrem Kanzler. Um das Wiedersehen von Israels Premier Netanyahu mit US-Präsident Trump. Und um mögliche Lehren aus dem CSD-Anschlag.

28.07.2026, 05.46 Uhr

C wie ChaosEine besonders eindrucksvolle Szene in Christopher Nolans Verfilmung der »Odyssee« ist jene auf der Insel Thrinakia. Da begehren die erschöpften, frustrierten Gefährten des Odysseus gegen ihren sturen Anführer auf, werfen ihm Kälte und Eigensinn vor, es droht der Bruch. So in etwa stelle ich mir den Verlauf der gestrigen CDU-Vorstandssitzung vor.

Kanzler Merz am Montag in Berlin: Umstrittenes Führungsverständnis

Friedrich Merz hat in der Schalte Ärger bekommen. Wie mein Kollege Christian Teevs von mehreren Teilnehmern erfuhr, wurde der Kanzler und Parteichef teils heftig für sein rumpeliges Vorgehen beim Personalumbau in der Regierung und in der CDU kritisiert, besonders für seinen unsensiblen Umgang mit Noch-Verkehrsminister Patrick Schnieder. So fuhr der Bremer Landesvorsitzende Heiko Strohmann Merz laut Teilnehmern an: »Sie führen kein Unternehmen, das ist eine Partei.«Noch während die Sitzung lief, machte ein Brief der rheinland-pfälzischen Landtagsfraktion die Runde, in dem die Christdemokraten auf Distanz zum Kanzler gehen (mehr hier). Kurz darauf äußerte der ebenfalls überraschend geschasste Parlamentarische Staatssekretär im Gesundheitsministerium Tino Sorge sein Befremden über Merz’ Führungsstil per Mitteilung in sozialen Netzwerken (mehr hier).