Hilfe, meine Mutter ist Influencerin! Hildegard von Bingen der Schweiz, Buchtipps der «NZZ am Sonntag»Was man diese Woche gelesen haben mussAnna Kardos, Martina Läubli26.07.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenSo viel Auswahl! Neuerscheinungen an der Leipziger Buchmesse 2026Iago/Chris Emil JanssenBiografie: Die Hildegard von Bingen der SchweizHell wie der Mond scheine sie unter kleineren Himmelslichtern, schrieb der Humanist und Renaissance-Gelehrte Glarean über sie. «In der Kenntnis der Heilkraft der Kräuter» gleiche sie gar Hippokrates. Die Rede ist von Barbara von Roll, die im bewegten 16. Jahrhundert in Solothurn lebte. Unter Zeitgenossen war sie wegen ihrer Heilkunde hoch angesehen, sie behandelte sogar auswärtige Patienten. 1532 erhielt Barbara von Roll die Vollmacht, ihr Geld und Gut selbst zu verwalten, eine ausserordentliche Befugnis für eine Frau ihrer Zeit. Ihren Einfluss machte von Roll auch gesundheitspolitisch geltend: 1560 stellte der Solothurner Rat auf ihre Empfehlung eine Stadthebamme an.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.All das erfährt man aus der Romanbiografie «Der Trost der Pflanzen». Die Autorin und wissenschaftliche Bibliothekarin Mara Meier arbeitet von Rolls Leben auf historischer Basis auf, verleiht ihm aber eine erzählerische Form und schafft so Dramaturgie und Nähe zu jener aussergewöhnlichen Persönlichkeit, die Barbara von Roll gewesen sein muss. Jedes Kapitel ist einer Heilpflanze gewidmet. Pflanzen wie Dost, Engelwurz oder Mädesüss waren damals das wichtigste medizinische Behandlungsmittel. Die Autorin vermutet, dass von Rolls Heilkunst auch deshalb so erfolgreich war, weil sie neben dem Studium von medizinischer Literatur mit Kräutermischungen experimentierte und deren Wirkung an sich selbst ausprobierte. Martina Läubli★★★★✩ Mara Meier: Der Trost der Pflanzen. Barbara von Roll. Zytglogge 2026, 202 Seiten.Das Buch ist erhältlich bei ExLibris.Jugendbuch: Wenn die Mutter Influencerin istEigentlich hätte der 15-jährige Koray mit seiner Pubertät und seiner alleinerziehenden Influencerinnen-Mutter schon genug um die Ohren. Doch dann wird auch noch der Insta-Account der Mutter gesperrt. Und wo kein Insta, da kein Geld. Von einem Tag auf den anderen findet sich Koray samt der Mutter im Haus der Oma im Dorf Rottloch wieder. Immerhin sind in der dortigen Klasse auch die Jugendlichen Nico, Nina, Nasrin und Josh. Die fünf werden bald Freunde. Und eines Tages hat Koray die rettende Idee, wie seine Mutter und er ganz legal, ganz schnell zu ganz viel Geld kommen können.Die Abenteuer in Sarah Welks «Frei»-Trilogie sind aus dem heutigen Leben gegriffen und so unprätentiös erzählt, dass auch Wenigleserinnen und -leser den Zugang finden. Die Romane tangieren Handykonsum, Kopftuchtragen, das Erwachen von homosexuellen Gefühlen oder die Unerträglichkeit der Eltern – und allem voran: das Thema Freundschaft. Das Konzept «Fünf Freunde» hat schon bei Enid Blyton funktioniert. Bei Welk stellt jeder Band eine oder einen der fünf Freunde in den Mittelpunkt. Anna Kardos★★★★✩ Sarah Welk: Frei. Band 3. Bester Anfang. Ars Edition 2026.Das Buch ist erhältlich bei ExLibris.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
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