Stand: 22.07.2026 • 07:35 Uhr
Die Nordwestpassage galt lange als gefährlichster Seeweg der Welt. Der Klimawandel weckt Hoffnungen, dass hier eine neue Handelsroute zwischen Ostasien und Nordamerika entstehen könnte. Ein realistisches Szenario?
Die Nordwestpassage, die im Norden Kanadas den Atlantik und den Pazifik verbindet, galt lange Zeit als gefährlichste Schiffsroute der Welt. Berühmt-berüchtigt: die gescheiterte Expedition des britischen Kapitäns John Franklin Mitte des 19. Jahrhunderts. Seine beiden Schiffe blieben im Eis stecken. 130 Männer an Bord starben an Unterkühlung, Hunger und Skorbut.
Erst 1906 gelang dem norwegischen Polarforscher Roald Amundsen die erste Durchfahrt. In den nächsten 100 Jahren schafften dies gerade mal 69 Schiffe. In den vergangenen fünf Jahren waren es dagegen - begünstigt durch den Klimawandel und schmelzendes Eis - bereits mehr als 100 Schiffe.
Die Nordwestpassage also eine künftige Handelsroute für die Schifffahrt? Die Polar-Expertin Gabriella Gricius von der US-Denkfabrik "Arctic Institute" hält dies für vollkommen unrealistisch: "Tatsächlich wird die Durchfahrt aufgrund des schmelzenden Eises eher schwieriger. Mal schmilzt das Meereis, dann gefriert es wieder, ständig verändert sich die Strömung. Das macht die Navigation für Schiffe noch herausfordernder als früher."








