Aufgrund des Klimawandels rückt eine alternative Schifffahrtsroute zwischen Asien und Europa immer stärker in ​den Fokus des Welthandels. Die von Russland kontrollierte Nordostpassage durch das Polarmeer ist im Sommer zunehmend eisfrei und damit für Frachtschiffe befahrbar. Bisher sind es vor allem Reedereien aus Russland und China, die auf diese Weise die traditionelle Route ‌durch den Suezkanal vermeiden, die unter anderem am Jemen und den dortigen Huthi-Rebellen vorbeiführt. Nun will erstmals auch die Export- und Seefahrtsnation Südkorea ein Handelsschiff über den nördlichen Seeweg nach Europa schicken. Doch wegen der nötigen Abstimmung mit Russland droht die asiatische Demokratie westliche Partner zu verprellen.

An diesem Samstag soll das Containerschiff „PanStar Acro“ im südkoreanischen Hafen Busan gen Norden in See stechen. Nach der Umrundung Russlands sind die geplanten europäischen Zielhäfen Felixstowe in Großbritannien, Rotterdam in den Niederlanden und Danzig in Polen. Voraussichtlich Anfang Oktober soll das Schiff nach Angaben des Betreibers PanStar wieder seinen Heimathafen erreichen. „Rund um den September, in dem diese Reise hauptsächlich stattfindet, ist das arktische Meereis auf ​dem niedrigsten Stand des Jahres, was eine sicherere Schifffahrt möglich macht“, sagte ein Vertreter der Betreibergesellschaft PanStar, der namentlich nicht genannt werden wollte.