Christopher Nolan versucht sich am Epos und versagt an einer alten Schwäche: Überzeugende, vielseitige Frauenfiguren kommen in seinem Werk nicht vor.

Alle Augen auf Odysseus – sogar Athenes

Cinema Publishers Collection/imago

W enn sich Männer als Fans von Christopher Nolan bezeichnen, dann geben sie, ob sie wollen oder nicht, etwas über sich preis. Es ist zu einem Schibboleth, einem unfreiwilligen Erkennungsmerkmal für eine Gruppe, geworden, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht sonderlich für Frauen interessiert. Außer diese Frauen kommen eindimensional und einem Mann untergeordnet daher.

Neben Martin Scorsese, Quentin Tarantino und Steven Spielberg ist Nolan einer der wohl bekanntesten und von einer breiten Masse angesehensten Regisseure dieser Zeit. Und das, obwohl er wieder und wieder beweist, dass ihm wenig daran liegt, Frauen als etwas anderes darzustellen als reine Projektionsflächen für seine männlichen Protagonisten. Das galt für die weiblichen Figuren in „Oppenheimer“, „Inception“, „The Prestige“ und, Überraschung, in der „Batman“-Trilogie – und das führt er konsequent in seinem neuen Film „Die Odyssee“ fort.