Fünf Jahre ist es her, dass Danger Dan in „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ schon einmal mit Gewaltfantasien gegen AfD-Politiker kokettierte. Götz Kubitschek und Alexander Gauland leben noch immer, die AfD ist stärker als je zuvor. Der Anführer der Antilopengang zieht daraus offenbar den Schluss: Es war noch nicht radikal genug.
Sein neuer Song „Keine Angst“ ist deshalb weniger Musik als Gebrauchsanweisung. Beobachten, ausgrenzen, boykottieren, beim Arbeitgeber anschwärzen – so weit, so bekannter Werkzeugkasten des organisierten Bürgerschrecks. Am Ende aber verlässt Danger Dan den Bereich des zivilen Ungehorsams und grüßt namentlich die Mitglieder der „Hammerbande“: Lina, Gucci, Maja, Nanuk. Das sind Menschen, die wegen schwerer Körperverletzung verurteilt oder angeklagt sind, weil sie mit Hämmern und Schlagstöcken auf Rechtsextremisten eingeschlagen haben und teils lebensgefährliche Verletzungen verursachten. Das ist kein Bild mehr, keine Metapher, keine Kunstfreiheit. Das ist ein Gruß von der Bühne an Leute, die zugeschlagen haben, und eine unmissverständliche Einladung, es ihnen gleichzutun.
Menschen, die leichtfertig zu Gewalt aufrufen, gehören meiner Meinung nach größtenteils zu einem von zwei Lagern: dem Lager derer, für die Gewalt und Abstumpfung schlicht zum Alltag gehören, oder dem Lager derer, die einfach keine Ahnung haben, was Gewalt wirklich bedeutet. Professorensohn Daniel Pongratz alias Danger Dan ordne ich ohne großes Zögern dem zweiten Lager zu. Wer nicht aus eigener Erfahrung weiß, wie sich körperliche und seelische Schäden durch Gewalt anfühlen, hat es leicht, sie zum legitimen Mittel politischer Notwehr zu erklären.










