Trumps Einflussnahme ist beispiellos? Beim nächsten WM-Gastgeber Marokko mischt sich die Politik noch entschiedener in den Fussball ein als in den USADie Weltmeisterschaft 2030 findet unter anderem in Marokko statt, wo der Fussball und die Monarchie seit Generationen eng verbunden sind. Droht erneut eine WM voller Kontroversen?Ronny Blaschke21.07.2026, 05.30 Uhr5 LeseminutenDie Fussball-Begeisterung ist schon jetzt riesig in Marokko: Fans verfolgen am 9. Juli im Prince-Moulay-Abdellah-Stadion in Rabat das WM-Viertelfinalspiel auf einer Leinwand.APVor zweieinhalb Wochen hatte die marokkanische Nationalmannschaft in Houston gerade ihren WM-Achtelfinal gegen Kanada gewonnen. Die Fussballer feierten auf dem Rasen das 3:0 und kehrten in die Katakomben zurück. Da erhielt einer ihrer Funktionäre einen Anruf. Der marokkanische König, Mohammed VI., wollte persönlich gratulieren. Er sprach mit dem Nationaltrainer Mohamed Ouahbi und dem Captain Achraf Hakimi. Er sei von Stolz erfüllt, sagte der König.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Einen Tag später gab Hakimi den Dank auf Instagram zurück. «Der König setzt sich sehr für den marokkanischen Fussball ein», sagte er in einer Videobotschaft. «Er hat viel in die Infrastruktur investiert. Für uns Spieler macht es das leichter, das Beste zu geben. Wir wollen weiterhin alle Marokkaner stolz machen.»Der König als Symbol für Stabilität und ÜberparteilichkeitWie sehr mischt sich die Politik in den Fussball ein? Diese Frage wurde an der WM intensiv diskutiert nach dem Anruf von Donald Trump bei Gianni Infantino, dem Präsidenten des Weltfussballverbands (Fifa). Der amerikanische Präsident bewirkte so, dass die Rot-Sperre des amerikanischen Stürmers Folarin Balogun aufgehoben wurde.Die Empörung war gross, liess jedoch ausser acht, dass die Verbindungen von Staat und Sport in Dutzenden Ländern zum Alltag gehören. Zum Beispiel in Marokko, einem der drei Co-Gastgeber der WM 2030, neben Spanien und Portugal. Droht der Fifa in vier Jahren also erneut ein Turnier mit Kontroversen?Der König geniesst in der marokkanischen Gesellschaft traditionell einen grossen Rückhalt. In einem mitunter instabilen Staat gilt er als Symbol für Stabilität und Überparteilichkeit. Aber die Monarchie benötigt auch Themen, um den Nationalstolz zu bewahren und zu schüren.Mohammed VI., König
WM 2026: Droht in vier Jahren erneut ein Turnier voller Kontroversen?
Die Weltmeisterschaft 2030 findet unter anderem in Marokko statt, wo der Fussball und die Monarchie seit Generationen eng verbunden sind. Droht erneut eine WM voller Kontroversen?











