Springer will die AfD in der Regierung sehen. Dass der Kanzler dagegen hält ist gut – mit den demokratischen Medien tut er sich trotzdem schwer.
Frage und Anrwort: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
Michael Kappeler/dpa
W enn Friedrich Merz besonnen, vernünftig, mit einem Touch Bescheidenheit und sogar ein wenig selbstironisch spricht, frage ich mich immer, wie lange Stefan Kornelius vorher auf ihn eingeredet haben mag. Kornelius ist des Kanzlers Chefsprecher und war vorher bei der Süddeutschen Zeitung, ein Journalist also, der besonnen und vernünftig wirkte, mit einem Touch – und so weiter, siehe oben. Vielleicht aber arbeiten auch noch ganz andere Leute daran, Merz seinen Aufsichtsratsvorsitz-Tonfall abzutrainieren. (Wobei ich nicht weiß, wie es im Aufsichtsrat von BlackRock zugeht.) Oder diesen Tonfall wenigstens zu drosseln, wenn er der Presse direkt gegenübersitzt, so am Mittwoch während der rituellen Sommerpressekonferenz.
Merz braucht die demokratische Presse, also die Medien, die nicht wollen, dass die AfD an die Macht kommt. Insofern haben diese Medien und der Kanzler ein gemeinsames Interesse. Angesichts der konstitutionellen Aufgabenteilung zwischen Regierung und Medien – ihr regiert, wir kontrollieren – ist darüber nicht ganz leicht zu sprechen. Doch gab es zuletzt mehrfach Anlass, über Merz’ Verhältnis zu den Medien nachzudenken und darüber, was das für den Kampf gegen Rechtsradikale bedeutet.











