PfadnavigationHomePolitikDeutschlandKanzler bei RTL„Die Unterschiede zur AfD sind so fundamental. Ich kann die CDU nicht halb zerstören“, sagt MerzStand: 18:47 UhrLesedauer: 3 MinutenBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpaDie Bundesregierung wird in Kürze die für den Drohnenvorfall in Leipzig Verantwortlichen benennen, kündigt der Kanzler an. Bei RTL äußert sich Merz auch zu den anstehenden Landtagswahlen.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenWenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz jede Koalition mit der AfD ausgeschlossen, die seiner Meinung nach „die innere und äußere Sicherheit unseres Landes gefährdet“. Der Kanzler warf der AfD in der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ am Donnerstag vor, dass sie in der russischen Botschaft in Berlin „ein- und ausgeht“ sowie engste Beziehungen zu Russland und zu Präsident Wladimir Putin unterhalte. Eine Zusammenarbeit mit einer solchen Partei sei für die CDU unmöglich.Die AfD sage zudem selbst, dass sie die CDU vernichten und das System in Deutschland zerstören wolle – „raus aus dem Euro, raus aus Schengen, raus aus dem Binnenmarkt“. Die AfD wolle ein anderes Land, eine andere Gesellschaft. Deshalb erwarte er auch nicht, dass es nach der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt CDU-Politiker gebe, die mit der AfD zusammenarbeiten wollten, sagte Merz. Er selbst wolle die Wähler zurückgewinnen, die diese Partei wählten. Aber die Unterschiede zwischen CDU und AfD „sind so fundamental, dass keine Kompromisse möglich sind. Ich kann nicht halb austreten aus der Europäischen Union, ich kann nicht halb rausgehen aus der Nato, ich kann die CDU nicht halb zerstören.“Lesen Sie auchMerz ließ offen, wie eine Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt nach der Wahl aussehen könne. Er verwies auf vergleichbare Ergebnisse in Thüringen und in Sachsen, wo die AfD auch stärkste Kraft geworden war, ohne dass sie regieren konnte. Es gebe Minderheitsregierungen, die geduldet würden.„Werden das jetzt in den nächsten Tagen abschließend feststellen“Auch äußerte sich Merz zu dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen. Die Bundesregierung wird nach den Aussagen des Kanzlers in Kürze die Verantwortlichen benennen. „Wir werden das jetzt in den nächsten Tagen abschließend feststellen und dann wird es dazu sehr bald auch eine entsprechende Reaktion geben“, sagte er. „Die Lage ist sehr ernst“, betonte Merz mit Blick auf die Bedrohung durch mit Sprengstoff beladene Drohnen.Lesen Sie auchDas Besondere an der aktuellen Situation sei, dass man keinen Krieg im herkömmlichen Sinne und keinen militärischen Angriff erlebe, „sondern es ist eine hybride Kriegsführung, auch in Deutschland“, sagte Merz. „Es ist keine Panzerarmee, die da auf Deutschland zurollt, sondern es sind eben Drohnen, die auch Sprengstoff transportieren können.“ Am Schutz davor arbeite man.Am Abend des 4. August war am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland. Berichten zufolge wurden in Leipzig mehrere Drohnen eingesetzt. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.Die Bundesregierung verzichtete bislang darauf, Verantwortliche zu benennen, Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach aber von „fremden Mächten“. Der Verdacht richtet sich gegen Russland. Merz hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass die Verantwortlichen des Leipziger Vorfalls „dafür bezahlen“ werden.rct/dpa/AFP