Was war das denn nun für eine WM?
Morgen findet das Endspiel zwischen Argentinien und Spanien statt. Zwei Nationen werden sich dann gegenüberstehen, deren Amtssprache Spanisch ist. Über Österreicher und Deutsche heißt es, dass sie nichts so sehr trenne wie die gemeinsame Sprache. Das dürfte auch auf Argentinier und Spanier zutreffen, die Komplikationen durch die Kolonialgeschichte mal nicht eingerechnet.
Es könnte eine interessante Aufgabe für Sprachwissenschaftler sein zu analysieren, wie argentinische und spanische Kommentatoren das Spiel morgen bewerten werden, und zwar in einer Sprache, die sich in der jeweiligen Ausprägung in vielen Details unterscheidet.Weltmeisterschaften liefern ja immer Erkenntnisse weit über den Sport hinaus. Mal ist es die Sprache, mal die Politik. Als Argentinien im Halbfinale am Mittwoch gegen England antrat, ging es nicht nur um Tore, sondern auch darum, welche Nation Anspruch auf die Falklandinseln hat, die vor der argentinischen Küste liegen: das Vereinigte Königreich oder Argentinien?
Vor allem aber reflektieren die Nationen während einer WM ihr Selbstbild. Wir Deutschen verbinden die Schmach, so früh aus dem Turnier geflogen zu sein, mit anderen Selbstwertproblemen: nicht mehr führend in der Automobilindustrie zu sein und nun auch nicht mehr im Fußball – oh weh!















