Dieses Finale lindert den WM-AbschiedsschmerzSchon klar, Sport ist Sport und Politik ist Politik, da sollte man also nicht allzu viel hineininterpretieren. Aber zweifellos beschert uns dieser spanische Titelgewinn eine hübsche politische Pointe: Unter den Augen des US-Präsidenten gewann in New Jersey die Mannschaft ausgerechnet jener Nation, deren Regierung sich durch die beständige Weigerung auszeichnet, Donald Trump mit eilfertiger Unterwürfigkeit zu begegnen.
Gruppenbild mit den Siegern: US-Präsident Trump wollte kaum weichen
Erst vor Kurzem hatte Trump die Spanier deshalb noch als »schlechte Menschen« bezeichnet und den Abbruch jeglicher Handelsbeziehungen angekündigt. Jetzt musste er dem spanischen Team den WM-Pokal überreichen. Es hätte wohl niemanden gewundert, wenn Trump die goldene Trophäe stattdessen kurzerhand konfisziert und als Souvenir mitgenommen hätte. Wer hätte ihn daran gehindert? Fifa-Boss Gianni Infantino wohl kaum. Der hatte ja schon Mühe, ihn beim Jubel der Spanier aus dem Bild zu komplimentieren.Es war kein besonders schönes, ein eher glanzloses Spiel, dieses WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien (zum Nachlesen hier ). Aber das macht nichts, denn die Ernüchterung erleichtert den Abschied von diesem Turnier und damit von diesen alle vier Jahre wieder etwas unbeschwerteren Wochen einer Fußball-Weltmeisterschaft. Jetzt geht die Sportart Fußball, gerade noch global-emotionales Allgemeingut, wieder zurück in den Besitz der »Sportschau«-Zuschauer und Dauerkarteninhaber.













