Es gibt Menschen, die werden zuverlässig, aber ausschließlich zu den großen Turnieren zu Fußballfans. Sobald WM ist, ist das Bauchkribbeln da und man sitzt wahlweise jubelnd oder kopfschüttelnd vor dem Fernseher. Eine tiefe Expertise braucht es dafür nicht, ich spreche aus Erfahrung.Gestern also: viel Kopfschütteln. Die DFB-Elf ist raus, das Sechzehntelfinale gegen Paraguay hat sie verloren. Und ja, es gab die 105. Minute, in der der Treffer von Jonathan Tah wohl hätte zählen müssen. Trotzdem tritt die deutsche Mannschaft „völlig verdient die Heimreise an“, schreibt Philipp Schneider aus Foxborough.„Was nun, liebe ehemalige große Fußballnation Deutschland?“, fragt Martin Schneider im Liveticker, den ich Ihnen zur Nachlese empfehle. Die Diskussion um Julian Nagelsmann als Trainer hat begonnen. Der aber will weitermachen. Heute übrigens in Paraguay zu Besuch: Außenminister Johann Wadephul.Leider passt das frühe WM-Aus viel zu gut zum derzeit grassierenden Pessimismus. Ablenkung, spielerische Leichtigkeit, fröhliches Feiern hätten so gut getan. Jubeln für Oranje geht auch nicht mehr, die Niederlande sind ebenfalls aus dem Turnier geschieden.Statt Fußball-Sommer gibt es hierzulande den Reform-Sommer. Immerhin: Letzte Woche hat die Koalition in Form der Vorschläge der Rentenkommission geliefert. Diese Woche aber ist wieder entscheidend. Morgen wollen SPD und Union sich zum Koalitionsausschuss treffen, um vor allem über eine Einkommenssteuerreform zu entscheiden. Finanzminister und SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil hat den Koalitionsspitzen zwei Vorschläge zur geplanten Reform vorgelegt, darüber müssen sie am Mittwochabend beraten.Die Reformen müssen sein, wegen der Haushaltslage und der wirtschaftlichen Schwäche. Das ist die Macht des Faktischen. Sie sollen aber auch gegen das Gefühl helfen, die Politik sei zu kaum mehr in der Lage als zu verwalten. Das soll Wählerinnen und Wähler überzeugen, ihr Kreuz bei den Parteien der demokratischen Mitte zu machen – und nicht bei der AfD.Fußball-WM 2026Deutsches Aus bei der Fußball-WM: Die nächste Blamage. Drei verschossene Elfmeter: Deutschland verliert dramatisch, aber völlig verdient gegen Paraguay und muss auch dieses WM-Turnier vor dem Achtelfinale verlassen. Dabei wollte der Bundestrainer doch Weltmeister werden. Zum ArtikelMEINUNG Jemand sollte Julian Nagelsmann sagen: Es geht nicht weiterPressestimmen zum WM-Aus: „Von Deutschland ist nichts mehr übrig“DFB-Elf in der Einzelkritik: Jonathan Tah wird zur unglücklichsten FigurSZ-Podcast „Und nun zur WM“: Nächste WM, nächstes Fiasko: Deutschland ist raus – und jetzt?Klopp zur Bundestrainerfrage: „Nicht der Moment“. Nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft äußert sich Jürgen Klopp ausweichend zu einer möglichen Nachfolge. Die Niederlage selbst lasse ihn ratlos zurück. Zum Liveblog zur Fußball-WM 26Entscheidung im Elfmeterschießen: Marokko wirft die Niederlande raus. Nach einer insgesamt überzeugenden Vorstellung hat sich Marokko im Elfmeterschießen gegen die Niederlande durchgesetzt und zieht ins Achtelfinale ein. Zum kicker-ArtikelBrasilien bei der WM 2026: Brasilien knackt den japanischen RiegelWas heute wichtig istMotiv vermutlich Sorgerechtsstreit: Mann erschießt sechs Menschen in Stade. Der 45-Jährige aus Hannover hatte in der Jugendhilfeeinrichtung eigentlich einen Termin, dann begann er zu schießen. In der Einrichtung sind auch Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht. Das Motiv könnte ein Sorgerechtsstreit um seine drei Monate alte Tochter sein. Das Baby und die Mutter des Kindes leben. Zum ArtikelGewalt gegen Frauen: „Wir kennen die Männer, die denken, sie können machen, was sie wollen“EU steuert auf Handelskonflikt mit China zu. Am Montag war der chinesische Handelsminister Wang Wentao in Brüssel zu Gesprächen mit EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič. Es könnte der letzte Versuch sein, Europas Vorstellungen von fairem Wettbewerb mit Chinas Führung zu besprechen. Šefčovič sagte, die EU müsse ihre „industrielle Basis verteidigen“. China wirft der EU Protektionismus vor. Zum ArtikelWettbewerbsfähigkeit: 10 000 Arbeitsplätze verliert Deutschland jeden Monat: Der China-Schock ist daFußball in China: Woran der mächtigste Fußballtrainer der Welt scheitertTrump kündigt Treffen zwischen USA und Iran am Dienstag an. „Iran hat um ein Treffen gebeten“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Weitere Angaben etwa zum Ziel der Gespräche machte er nicht. Erst kurz zuvor hatte Iran noch Berichte über einen möglichen weiteren Verhandlungstermin zurückgewiesen. Zum Liveblog zum Krieg in NahostTankrabatt: „Man sollte heute rechtzeitig vor 12 Uhr tanken“. Morgen endet der „Tankrabatt“ auf Benzin und Diesel. Erste Auswertungen zeigen: Der Tankrabatt wurde nicht in vollumfänglich an die Kunden weitergegeben. Zum ArtikelWeitere wichtige ThemenPeru: Rechtskonservative Fujimori gewinnt PräsidentenwahlNeuwahlen in Serbien: Vučićs strategischer RückzugDie Fachbriefings von SZ Dossier – mit SZ Pro-AboDossier Digitalwende: Wie Hollywood das Urheberrecht in Europa besser schützen will. Beim KI-Training werden häufig urheberrechtlich geschützte Inhalte verwendet. Die amerikanische Schauspielerin Cate Blanchett hat deshalb gemeinsam mit der EU-Abgeordneten Eva Maydell einen Lösungsvorschlag vorgestellt: ein Register zur Zustimmung per Ampelsystem. Auch wichtig: Das Gesundheitswesen arbeitet daran, vom Papier loszukommen. Zum BriefingDossier Geoökonomie: Neuer Mittelstandsverband setzt auf Praxis statt Politik. „Stimmung macht Konjunktur“ – mit diesem Gedanken gründet Thuy-Ngan Trinh mitten in der Krise den neuen Verband „Die Mittelständler“. Ihr Ziel: Sie will den Mittelstand aus der Pessimismus-Schleife herausholen, ihn mit der Start-up-Welt verbinden und Unternehmertum positiv erzählen. Statt Jammern über die Politik setzt Trinh auf Eigeninitiative. Zum Briefing