Howdy!Hätten unsere WM-Reporter Christian Spiller und Oliver Fritsch vor ihrem Abflug beschreiben müssen, wie man den US-Amerikanern diesen seltsamen Sport erklärt, sie hätten gesagt: Also, besonders gut sind die Europäer und die Südamerikaner. Elf Individualisten stehen auf dem Feld, aber Erfolg hat nur, wessen Trainer alle zu einer Einheit zusammenfügt. Deutschland? Können Sie dieses Mal vernachlässigen, aber achten Sie auf die Spieler, die bereits Weltfußballer wurden. Lohnt!Und siehe da, hätten die Amerikaner diesem Crashkurs gelauscht, sie wären bestens vorbereitet gewesen. Wir sind da, am Tag des Finales. 103 Partien sind gespielt und die 104. wird eine uralte Fußballfrage klären: Europa oder Südamerika? Erstmals tritt der amtierende Champion Europas, Spanien, gegen den amtierenden Champion Südamerika, Argentinien, im WM-Finale an. Die beste Abwehr des Turniers gegen den besten Angriff des Turniers, Platz eins der Weltrangliste gegen Platz zwei. Im Weltfußball spricht man Spanisch.Wir hätten es uns nicht schöner vorstellen können. Erstmals wird der Sieger 30 goldene Ringe erhalten, und dieser obszöne Pomp ist gerade recht so, schließlich gab es diese Partie bei einer WM bisher exakt einmal. Das war 1966. Seitdem ist viel passiert. Lionel Messi hat Lamine Yamal gebadet, und heute spielen sie das WM-Finale. Verrückt? Ja, aber hätten Sie jemandem am Jahresanfang erzählt, dass die Halbzeitpause des WM-Finals 30 Minuten dauern wird, wie hätte der oder die wohl geguckt?Das liegt an Madonna, BTS, Justin Bieber, Chris Martin, Shakira und Burna Boy, denn sie alle werden in der Pause auftreten. Da sind 30 Minuten – inklusive Auf- und Abbau – doch noch knapp bemessen. Donald Trump ist übrigens auch da. Es ist sein erster WM-Spielbesuch, und wir wären wohl nur kurz überrascht, würde er den WM-Pokal mitnehmen, statt ihn zu übergeben.Wer Favorit ist und wer nicht, das lässt sich ziemlich genau beantworten: Es ist ein 50:50-Spiel. »Der Wille, das Finale zu gewinnen, muss größer sein, als die Angst, es zu verlieren«, sagte Spaniens Kapitän Rodri und genau das ist es. WM-Finals folgen einer eigenen Dramatik. Es steht so viel auf dem Spiel, und wir sind einfach nur froh, dass es die beiden besten Teams ins Finale geschafft haben, und freuen uns auf den spanischen Willen, das Spiel zu kontrollieren, und den argentinischen Existenzkampf.Bis es so weit ist, gehen Sie doch noch mal im Kopf die vergangenen fünfeinhalb Wochen durch. Denn auch wenn die Visa-Vorschriften und die Reise- und Ticketkosten eine größere Party verhinderten und die Iraner zu Recht beklagen, dass sie ein ganz anderes Turnier erlebten als alle anderen: Bei diesem Turnier sangen Schotten im Baseballstadion. Das Aztekenstadion, ein Fußballtempel, bekam zu Recht die Aufmerksamkeit, die es verdient. Norweger ruderten am Times Square und Argentinier trommelten sich ins Finale. Nicht zu vergessen auch: Kap Verde! Und Lawrence in Kansas umarmte Algerien. Wenn der Eindruck nicht ganz täuscht, scheinen auch die Gastgeber erleichtert zu sein, dass die Welt mit ihnen noch nicht ganz abgeschlossen hat. Mal sehen, wie das nach dem Auftritt von Donald Trump heute wird.Ob Christian Spiller und Oliver Fritsch ihn von den Presseplätzen aus sehen werden? Mal abwarten. Unsere WM-Reporter saßen zuletzt gemeinsam bei einem WM-Finale im Stadion, als Mario Götze der Welt zeigen sollte, dass er besser als Messi ist. Sie melden sich gleich und werden uns verraten, wem diese Rolle dieses Mal zukommt. Hier in unserem Berliner Büro ist Tilman Leicht so sehr mit seiner Rolle als Fan des spanischen Ballbehaltens verschmolzen, dass er vor dem Fernseher darauf wartet, angespielt zu werden. Laura Jung wird vor allem auf Argentinien achten, sich aber hoffentlich nicht von dessen ruppigen Angang inspirieren lassen. Und sie wird sich der unmöglichen Aufgabe widmen, alle Prominenten zu erkennen, die eingeblendet werden. Jakob Weber versorgt Sie mit Bildern, denn davon kann es bei einem WM-Finale ja nie genug geben. Jarnail Sekhon hat Sie, also die Kommentarspalte, im Blick. Und ich halte es wie Donald Trump: Am Ende habe ich meinen großen Auftritt. Wir melden uns gleich, bis dahin!
Spanien gegen Argentinien: Im Fußball spricht man Spanisch
Spanien gegen Argentinien wird die uralte Frage des Weltfußballs beantworten: Europa oder Südamerika? Für dieses WM-Finale ist kein Superlativ zu klein. Das Liveblog











