Die drei Gründer und Wirte des beliebten Pasta-Lokals Dimitrios Kefalas (links), Luca Höfer (Mitte) und Fabian Roth (rechts). PD In unserer mehrteiligen Sommerserie fragen wir inspirierende Personen aus der Schweiz nach Tipps aus der Stadt, in der sie leben. Diese Woche verrät Fabian Roth, einer der drei Wirte im Restaurant «La Scarpetta», wo man in St. Moritz am besten wandert und speist.Was verbindet Sie mit St. Moritz?St. Moritz ist meine Heimat. Hier leben meine Familie und meine Freunde. Hier wirte ich zusammen mit Luca Höfer und Dimitrios Kefalas in unserem Restaurant «La Scarpetta». Vor allem aber hält mich die wunderschöne Natur in St. Moritz.Wie startet man in St. Moritz am besten in den Tag?Bei einem Jazzbrunch im «Hotel Hauser».Wo gibt es den besten Eiskaffee in St. Moritz?Im «Rosa Mammut», einem rosaroten Kaffeemobil. Da spürt man die Liebe zum Produkt.Wo ist die Abkühlung am schönsten? Gibt es einen Bergsee oder einen anderen Lieblingsort in oder in der Nähe von St. Moritz?In St. Moritz ist es der Stazersee. Dort ist es wahnsinnig idyllisch. Im Engadin allgemein würde ich zur Cascada da Bernina gehen. Ein Gletscherbach mit kristallklarem Wasser und schönen Vertiefungen. Es ist der perfekte Ort, um sich nach einer Biketour abzukühlen. Zudem hat es da so gut wie keine Leute. Als Badegeheimtipp empfiehlt Fabian Roth den Gletscherbach Cascada da Bernina. Getty Images Wo zeigt sich St. Moritz von seiner schönsten Seite?Draussen in der Natur beim Sport. Das grosse, offene Tal von St. Moritz ist einmalig.In welchem Hotel in St. Moritz würden Sie Gästen einen Aufenthalt empfehlen?Wenn es gehobene Hotellerie sein darf, ist das «Grace La Margna» eine tolle Wahl. Das Team ist jung und motiviert und das Speise- und Getränkeangebot phantastisch. Sonst würde ich das im Zentrum gelegene «Hotel Hauser» mit der legendären «Roobar» und dem jeden Freitag stattfindenden «Piöda», also Tischgrill auf einem heissen Stein, empfehlen.Welches Restaurant besuchen Sie am liebsten?Ganz klar das «Talvo» in Champfer bei Lisa Carlevero und Kevin Fernandez. Egal, ob man sich für einen schnellen Lunch auf der Terrasse oder das Degustationsmenu am Abend entscheidet – das Restaurant ist sensationell, das Ambiente schön und die Herzlichkeit des Gastgeberpaars unschlagbar. Im Restaurant «Talvo» stehen mediterrane Gerichte auf der Karte. PD Was bestellen Sie dort von der Karte?Ich habe vollstes Vertrauen in Kevin Fernandez und lasse mich von ihm immer gerne überraschen. Das Menu schaue ich gar nicht richtig an. Es soll einfach aufgetischt werden, wie bei Familie und Freunden zu Hause.Welches ist Ihr liebstes Bergrestaurant in der Region um St. Moritz?Da gibt es mehrere. Ins «Paradiso» gehe ich für ein gutes Glas Wein gepaart mit der schönsten Aussicht auf dem Berg. In die «Alpina-Hütte» zu Patric Rota für Gehacktes und Hörnli. Leider ist sie gerade wegen Renovationsarbeiten der Bergbahn geschlossen. Dafür ist die «Chamanna» geöffnet, die ich für Kaffee und Gipfeli aus der eigenen Bäckerei auf dem Berg gerne besuche.Welches ist Ihr Lieblings-Pastarezept im Sommer?Cappellacci mit Tomaten, Burrata und Basilikum von unserem Küchenchef Pietro Spotti. Im Sommer isst Roth am liebsten Cappellacci mit Tomaten, Burrata und Basilikum. PD Welche Spezialität aus dem Engadin sollte man unbedingt probieren?Die Engadiner Nusstorte von Fadrinas Hoflädeli und dazu ein Glas Milch.Wo treffen Sie sich in St. Moritz am liebsten mit Freunden zum Apéro?Bei Silvano Vitalini im «Café Belmont». Die Weinkarte ist phantastisch und die Preise fair. Ausserdem gibt es dort einen der besten Negronis in St. Moritz. Im «Café Belmont» gibt es gute Weine und einen der besten Negronis in St. Moritz. PD Zur Person Fabian Roth Der gelernte Bauzeichner ist einer der drei Gründer des Restaurants «La Scarpetta» in St. Moritz. Das Pastalokal hat sich seit seiner Eröffnung als Pop-up im Jahr 2017 zum so gut wie immer ausgebuchten Lieblingsrestaurant der Luxusdestination etabliert. Seit letztem Sommer muss man für einen guten Teller Pasta nicht mehr in die Bergmetropole reisen. Fabian Roth hat gemeinsam mit seinen Mitgründern Dimitrios Kefalas und Luca Höfer ein zweites «La Scarpetta» beim Balgrist in Zürich eröffnet. In welcher Bar darf es auch einmal später werden?In der «N/5-The Bar» im Grace La Margna. Dort gibt es die besten Cocktails in lockerer Atmosphäre.An welchem Markt können Sie nicht vorbeigehen, ohne etwas zu kaufen?Das «Hotel Hauser» veranstaltet im Sommer regelmässig einen Markt mit Gemüse aus dem Engadin. Die Produkte sind so frisch und gut, da kann ich nicht widerstehen. Die Geschwister Nina Mark-Hauser und Nik Hauser führen das Hotel Hauser bereits in vierter Generation. PD Welchen Ausblick in St. Moritz sollte jeder mindestens einmal erlebt haben?Den Ausblick über die Seelandschaft von der Paradiso-Hütte.Welcher Ort inspiriert Sie besonders?Die Halbinsel in Sils ist wunderschön, vor allem im Herbst. Oder Muottas da Schlarigna, wo die älteste Arve des Oberengadins steht.Wenn Sie jemandem eine Wanderung empfehlen dürften: Welche Route wäre das?Von St. Moritz Bad aus auf den Hahnensee und anschliessend hoch auf die Fuorcla Surlej. Zuerst läuft man durch ein grünes Meer von Bäumen. Sobald man den Hahnensee erreicht hat, eröffnet sich eine wunderbare Aussicht auf das Tal mit all seinen Seen. Die Aussicht von der Fuorcla Surlej. Getty Images Welchen Ort, der nicht im Reiseführer steht, sollte man in oder um St. Moritz unbedingt besuchen?Die «Alp-Schaukäserei» in Morteratsch. Dort gibt es einen der besten Brunchs. Als Verdauungsspaziergang danach bietet sich der Wasserfallweg zur Cascada da Bernina an.Was würden Sie jemandem raten, der St. Moritz zum ersten Mal besucht – worauf sollte man sich einlassen, und was sollte man eher vermeiden?Für mich gehört zu St. Moritz das ganze Engadin dazu. Es gibt unzählige Dinge zu erleben. Zum Beispiel den Lago di Saoseo auf dem Weg ins Puschlav oder Kitesurfen auf dem Silvaplanersee. Man sollte also unbedingt das Dorf verlassen, um das Tal richtig kennenzulernen. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.