In unserer mehrteiligen Sommerserie fragen wir inspirierende Personen aus der Schweiz nach Tipps aus der Stadt, in der sie leben. Wo man in Basel am besten abkühlt und speist, verrät diese Woche Andrea Lucia Brun, die Verantwortliche für Kommunikation und Entwicklung der Liste Art Fair Basel.Was verbindet Sie mit Basel?Mein Partner hat mich nach Basel gebracht. Ursprünglich komme ich aus Zürich und habe einige Jahre in Berlin gelebt. Basel war zuerst nicht unbedingt auf meinem Radar. Heute schätze ich genau das, was die Stadt ausmacht: Sie ist weltoffen sowie international und dabei angenehm unaufgeregt.Wie startet man in Basel im Sommer am besten in den Tag?Mit einem frühen Lauf durch die Langen Erlen, danach Caffè und Cornetto bei Graziella.Wo gibt es den besten Eiskaffee?Den besten Eiskaffee gibt es für mich im «Rebhaus» – als Affogato.Zur Person Andrea Lucia Brun Seit 2020 wohnt Andrea Lucia Brun in Basel. Sie ist verantwortlich für die Kommunikation und Entwicklung der Liste Art Fair Basel, der einflussreichsten Messe für zeitgenössische Kunst, die während der Art Basel stattfindet. Studiert hat Brun Kommunikationswissenschaften an der Universität Zürich. Es folgte unter anderem ein Master in Kulturanalyse und Kunstgeschichte. Ausserdem ist sie als selbständige Strategin tätig. Als solche berät sie Kunstakteure und Organisationen dabei, sich richtig zu positionieren. Zu ihren Kunden zählen unter anderem Porsche, die Kunsthalle Zürich und Lombard Odier. Welches ist der kühlste Ort in Basel?Das muss ich ehrlich gesagt noch herausfinden. Vielleicht ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um endlich die Universitätsbibliothek zu besuchen. Sonst sind natürlich die drei Häuser des Kunstmuseums sichere Adressen – nicht nur wegen der Kunst, sondern wegen der gekühlten Ausstellungsräume.Welches ist Ihre liebste Badi in Basel?Das Rhybadhysli im St. Johann oder das Naturbad Riehen, das vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfen wurde.Wo am Rhein ist es am schönsten?Im St. Alban. Praktischerweise arbeite ich gerade dort. Das bedeutet im Sommer: kurz raus, rein ins Wasser, weiterarbeiten. Andrea Lucia Bruns Lieblingsort am Rhein, St. Alban. Andrea Lucia Brun Welches Restaurant besuchen Sie am liebsten?Das Restaurant «Kunsthalle» gehört für mich zu den Basler Institutionen, in die man eigentlich immer gehen kann – besonders gerne in den «Schluuch», wie der ungezwungene Teil auch genannt wird. Genauso gerne esse ich aber im Restaurant «Zum goldenen Fass», wo konsequent mit dem gekocht wird, was gerade da ist. Und wenn es japanisch sein darf, ins «Miake Izakaya».Was bestellen Sie dort von der Karte?Im Restaurant «Kunsthalle» fast immer das Tatar, dazu gekühlten Rotwein; im «Goldenen Fass» das, was saisonal gerade auf der Karte steht. Das Tonkatsu im «Miake Izakaya». Andrea Lucia Brun Welches Restaurant hat die schönsten Aussensitzplätze?Das «Damatti» – eigentlich eine Bar, aber mit einer erstaunlich guten kleinen Karte. Man sitzt direkt an der Strasse neben einem Brunnen, sieht halb Basel vorbeiziehen und trifft fast immer spontan jemanden, der sich noch dazusetzt.Wo gibt es das beste Eis in Basel?Bei «Acero» und «Eisuru». Und wenn man einen kleinen Umweg nicht scheut: Gabriella Gelato Artigianale in Oberwil. Mittlerweile zwar kein Geheimtipp mehr, aber nach wie vor eines der besten Gelati der Region.Was ist Ihre Lieblingsglacesorte?Da bleibe ich klassisch: Zitrone.Wo treffen Sie sich mit Freunden zum Apéro?Im «Damatti» oder in der «Fass-Bar». Beides Orte, an denen man eigentlich nur kurz vorbeischauen wollte – und dann doch den ganzen Abend bleibt.In welcher Bar darf es auch einmal später werden?Meistens genau dort. Ich mag Abende, die sich spontan entwickeln, ohne dass man ständig den Ort wechseln muss.In welchem Hotel in Basel würden Sie übernachten?Im «Krafft». Wegen der zeitlos gestalteten Zimmer und weil das Haus eine angenehme Selbstverständlichkeit ausstrahlt. Das Boutique-Hotel «Krafft» in Basel. Andrea Lucia Brun An welchem Ort kann man dem Stadttrubel entkommen?Da fährt man am besten gleich richtig raus. Zum Beispiel ins Markgräflerland nach Egerten in den Gasthof «Hirschen», oder auf den nahe gelegenen Tüllinger Hügel, in dessen Nähe sich das «Café Gupi» befindet. Das «Gasthaus zum Hirschen» liegt etwas ausserhalb Basels in Egerten. Andrea Lucia Brun An welchem Laden oder Markt können Sie nicht vorbeigehen, ohne etwas zu kaufen?Ganz klar die Food-Abteilung von Manor – eine Basler Institution, die leider nicht mehr lange bestehen wird. Und natürlich Vive Le Vin im St. Johann. Unser Weinhändler des Vertrauens.Welches ist Ihr liebstes Museum oder Ihre liebste Galerie in Basel?Ich bevorzuge Offspaces gegenüber grossen Häusern, da Gegenwartskunst dort unmittelbar entsteht. Viele davon werden von Freunden betrieben, etwa Courtney Jaeger oder der kürzlich eröffnete Raum Daisy Chain. Der Eingang zum im April eröffneten Kunstraum «Daisy Chain». Andrea Lucia Brun Welcher Ort in Basel inspiriert Sie?Die brutalistische Architektur Basels mit ihren Sichtbetonbauten – die Maurerhalle der Gewerbeschule zum Beispiel. Viele dieser Gebäude wirken heute fast zeitgenössischer als manch neue.Welchen Ort, der nicht im Reiseführer steht, sollte man in Basel unbedingt besuchen?Den Tennisplatz im Margarethenpark. Ob selbst auf dem Platz oder als Zuschauerin – danach im «Max» im Schatten einen Apéritif trinken. Wer noch ein paar Schritte weiter bergauf geht, wird mit einem Blick über die Stadt belohnt.Welche Aktivität darf an einem heissen Sommertag in Basel nicht fehlen?Früh am Morgen und spätabends rausgehen, dazwischen die Füsse in einen der vielen Brunnen der Stadt halten und, wenn es die Zeit erlaubt, eine Siesta einlegen. Basel wirkt im Sommer erstaunlich mediterran – nicht nur wegen des Klimas, sondern auch wegen der Art, wie sich das Leben nach draussen verlagert.Was würden Sie jemandem raten, der Basel zum ersten Mal besucht – worauf sollte man sich einlassen, und was sollte man lieber meiden?Basel wirkt auf den ersten Blick zurückhaltend. Genau darauf sollte man sich einlassen. Man sollte sich Zeit nehmen, lieber verschiedene Orte anstelle zweimal den gleichen aufsuchen und das Unaufgeregte als Teil des Alltags erleben. Vielleicht entdeckt man die Stadt am besten zu Fuss – etwa über die fünf Rheinbrücken, die immer wieder andere Perspektiven eröffnen. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Tipps von Locals: Andrea Lucia Brun über ihre Lieblingsorte in Basel
Wo man in Basel am besten abkühlt und speist, verrät Andrea Lucia Brun, die Verantwortliche für Kommunikation und Entwicklung der Liste Art Fair Basel.









