Das Gemälde «Sometimes a straight line has to be crooked» von Henry Taylor wird im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung bei Hauser & Wirth gezeigt. © Henry Taylor, Courtesy the artist and Hauser & Wirth, Photo: Jeff McLane Bevor in einer Woche die Art Basel stattfindet, trifft sich die internationale Kunstszene vom 12. bis zum 14. Juni in Zürich. Da das Programm wie jedes Jahr sehr umfangreich ist, finden Sie hier vier vielversprechende Tipps.«Pour Noubia» von Mohamed Bourouissa im Migros-Museum für GegenwartskunstIm Migros-Museum für Gegenwartskunst eröffnet am Zurich Art Weekend die erste Einzelausstellung des 1978 in Algerien geborenen Künstlers Mohamed Bourouissa, «Pour Noubia». Der heute in Paris lebende Künstler arbeitet teils dokumentarisch-autobiografisch, teils fiktiv; dies vornehmlich in den Bereichen Fotografie, Film, Objekt und KI-Animation. «Pour Noubia» spielt in räumlichen Inszenierungen die Stationen seines Lebens nach.In Bourouissas Arbeit stehen die Menschen im Vordergrund, deren Geschichten nur selten sichtbar werden. Geschichten von Menschen, die auch unsere Nachbarn sein könnten. Die Reise, auf die uns der Künstler einlädt, entführt die Besucher und Besucherinnen beispielsweise in das Universum eines psychisch kranken Langzeitpatienten aus Blida in Algerien, in den Kosmos von Bewohnern Pariser Banlieues oder in die Welt seiner Tante Noubia, einer Sexarbeiterin, die es nach Osnabrück verschlagen hat und die dem Künstler ihren fotografischen Nachlass hinterlassen hat. Dieser Tante Noubia ist die Ausstellung auch gewidmet. Die Tante Noubia in einem Videostill: Mohamed Bourouissa, «Noubia», Videostill, 2025. © Mohamed Bourouissa, Noubia Meyer Collection © Mohamed Bourouissa, Pro Litteris, Zürich, 2026 Was Bourouissa in dieser Ausstellung so eindrücklich vermittelt, sind sein Interesse und seine Neugier für das Allzumenschliche, das durch Politik, gesellschaftliche Normsetzungen und Geschichte geprägt und gestaltet ist. Zuhören, Hinsehen und Verbinden: Das transportiert der Künstler in aller Intensität und Weichheit so wunderbar in «Pour Noubia».Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung am 12. Juni im Migros-Museum für Gegenwartskunst findet im Foyer des Schiffbaus die vom Künstler Mohamed Bourouissa kuratierte Party «Pour Noubia» statt. Für die Musik sorgen DJ Nadia Keira (Paris) und DJ Modulaw (Zürich/Paris).Die Ausstellung «Pour Noubia» läuft vom 13. Juni bis zum 6. September 2026 im Migros-Museum für Gegenwartskunst.Tipp: Ulrike Hug-Stüwe«Art in the Park» im «Baur au Lac»Zum 25. Mal präsentiert das Luxushotel Baur au Lac seine jährliche Skulpturenschau im idyllischen Lindenpark. In diesem Jahr arbeitet das Hotel dafür mit der Zürcher Galerie Karma International zusammen und zeigt eine Einzelausstellung von Ida Ekblad. Die Werke der norwegischen Künstlerin sind unter anderem in den Sammlungen des Kunsthauses Zürich, des Centre Pompidou in Paris und des MOCA in Los Angeles vertreten. Die norwegische Künstlerin Ida Ekblad stellt im «Baur au Lac» aus. Jacqueline Landvik,Courtesy of the artist and Karma International, Zurich, Pro Litteris, Zürich, 2026 Wird unter anderem gezeigt: Die Skulptur «Book of Boredom» (2022) von Ida Ekblad. Uli Holz © Courtesy Ida Ekblad, Karma International, Galerie Max Hetzler, Pro Litteris, Zürich, 2026 Anlässlich des diesjährigen Zurich Art Weekend zeigt Ekblad eine neue Werkgruppe: Ausgestellt im historischen Hotelpark sind die zwei handbemalten Bronzeskulpturen «The Jinxed Portrait» (2026) und «Book of Boredom» (2022) sowie die rosenverzierte, weisse Bronzebank «Nattsyn for Dagsyn» (2022). Dazu präsentiert die Künstlerin die Premiere ihrer «Kraken-Möbel»: eine Serie organisch geformter Holzobjekte, welche die Grenzen zwischen Kunst und Design auflösen.Auch die Innenräume des Hotels werden mit einer neuen Serie von Gemälden und Arbeiten auf Papier gestaltet. Die Werke verdeutlichen Ekblads charakteristische Bildsprache, die von Strömungen wie dem Situationismus, dem abstrakten Expressionismus sowie popkulturellen Graffiti- und Cartoon-Elementen beeinflusst ist. Diese zeichnen sich durch grosszügige Bewegungen, vielschichtige Farbflächen und poetische Schriftzüge sowie durch eine komplexe Materialität von Öl und Aquarell bis hin zu Silberfolie, geschmolzenem Glas und Emaille aus.«Art in the Park» findet vom 14. Juni bis zum 21. Juli 2026 täglich im Park des Hotels Baur au Lac statt. Für Hotelgäste ist der Besuch kostenfrei. Externe Besucherinnen und Besucher können die Ausstellung im Anschluss an einen Besuch in einer der Bars oder einem der Restaurants des Hotels erleben.Tipp: Malena Ruder«James Jarvaise & Henry Taylor: Sometimes a straight line has to be crooked» bei Hauser & WirthDie Ausstellung «Sometimes a straight line has to be crooked» (auf Deutsch «Eine gerade Linie muss manchmal krumm sein»), die während des Zurich Art Weekend 2026 eröffnet wird, ist die erste europäische Ausstellung, die die Werke des amerikanischen Künstlers Henry Taylor im Dialog mit denen seines Lehrers, des kalifornischen Modernisten James Jarvaise (1924–2015), zusammenführt. © The Estate of James Jarvaise, Courtesy the Estate and Hauser & Wirth © Henry Taylor, Courtesy the artist and Hauser & Wirth,Photo: Fredrik Nilsen Der Lehrer und sein Schüler: James Jarvaise (links) und Henry Taylor (rechts). Jarvaise erlangte nationale Bekanntheit, als seine Werke 1959 in die historische Ausstellung «Sixteen Americans» im Museum of Modern Art in New York aufgenommen wurden. Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit unterrichtete er viele Jahre lang Generationen von jungen Künstlern an Schulen in und um Los Angeles. Neben Henry Taylor gehörten auch Charles Arnoldi, David Novros, Peter Plagens und Robert Therrien zu den Vertretern seiner Schülergenerationen.Als Henry Taylor Anfang der 1980er Jahre die Vorlesungen von James Jarvaise am Oxnard College besuchte, arbeitete er noch als psychiatrischer Krankenpfleger. Jarvaise wurde schon früh auf Taylor aufmerksam und machte ihn mit den Arbeiten von Max Beckmann, Jean Dubuffet, Philip Guston, Cy Twombly und anderen vertraut. Der Titel der Ausstellung geht auf einen Rat zurück, den Jarvaise damals seinem Studenten gab.Dass Taylors Debüt bei Hauser & Wirth in Zürich zusammen mit der Ausstellung der Werke des im Jahr 2015 verstorbenen Jarvaise stattfindet, zeugt von der engen Freundschaft, die die beiden Künstler miteinander verband. In der Ausstellung treten die Arbeiten von Jarvaise und Taylor in einen klaren Dialog miteinander. Jarvaises Werke aus der «Hudson River School»-Serie zeigen eine ähnliche Sensibilität wie Taylors Acrylbilder und finden in diesen eine auffallende Resonanz. «Elan» von Henry Taylor aus dem Jahr 2013. © Henry Taylor, Courtesy the artist and Hauser & Wirth, Photo: Jeff McLane Das Gemälde «Segora Hills» von James Jarvaise aus der «Hudson River School»-Serie. © The Estate of James Jarvaise, Courtesy the Estate and Hauser & Wirth, Photo: Keith Lubow Die Ausstellung von James Jarvaise und Henry Taylor ist vom 12. Juni bis zum 5. September 2026 bei Hauser & Wirth an der Limmatstrasse 270 in Zürich zu sehen.Tipp: Nina FehrKunst-Merch von Tasoni x Zurich Art WeekendWas anziehen zum Kunstwochenende? Dieses Problem könnte sich durch die Kooperation von Tasoni und dem Zurich Art Weekend lösen: Die 2014 von den Schwestern Taya und Tary Sawiris gegründete Luxus-Boutique präsentiert eine limitierte Capsule-Kollektion, die Mode und zeitgenössische Kunst in einem sammelbaren Format vereint. Bereits zuvor arbeitete Tasoni, 2014 von den Schwestern Taya und Tary Sawiris gegründet, mit Künstlerinnen wie Pamela Rosenkranz und Sylvie Fleury zusammen.Die neu lancierte «Art Weekend»-Kollektion umfasst unter anderem Kappen, die in Kooperation mit verschiedenen Kunstschaffenden entstanden sind. Die Entwürfe spiegeln jeweils ihre ganz eigene Handschrift wider: Sie reichen von Mitchell Andersons konzeptionell geprägter Bildsprache über Jan Voriseks interdisziplinäre Ansätze, die Ton und Bild verbinden, bis hin zu Tina Braeggers mutiger Auseinandersetzung mit Wiederholungen und Alexandra Bachzetsis’ gefeierter Performance- und Bewegungskunst. PD Limitierte Sammlerstücke: Kunst-Merch von Tasoni x Zurich Art Weekend. Zur Kollektion gehört ausserdem eine exklusive Tote-Bag, die in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Gowoon Lee entworfen wurde. In ihren Arbeiten untersucht sie die Spannung zwischen vertrauten, sofort erkennbaren Bildern und Abstraktion. Dazu isoliert sie Objekte aus bekannten Cartoon-Erzählungen und schafft so ein neues emotionales Vokabular. PD PD Die Tote-Bag von Tasoni x Zurich Art Week, kreiert mit der Künstlerin Gowoon Lee. Die limitierten Stücke sind ab dem 12. Juni 2026 in der Tasoni-Boutique an der St. Peterstrasse 1 in Zürich, im Online-Shop sowie an den Infopunkten des Zurich Art Weekend erhältlich. Hat man eines ergattert, stellt sich nur noch die Frage: Soll man das Sammlerstück tragen oder es doch lieber aufheben zwecks Wertsteigerung?Tipp: Malena Ruder Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Kunst im Museum, im Park oder auf Kleidung: Vier Empfehlungen zum Zurich Art Weekend
Bevor in einer Woche die Art Basel stattfindet, trifft sich die internationale Kunstszene vom 12. bis zum 14. Juni in Zürich. 4 vielversprechende Tipps.






