Die iranisch-armenische Bildhauerin Nairy Baghramian steht im Mittelpunkt der Art Basel, die heuer vom 18. bis 21. Juni öffentlich stattfindet.15.06.2026, 09.00 Uhr3 LeseminutenÄhnlich wie die Installation vor dem Museum of Modern Art (MoMA) in New York wird es während der Art Basel auf dem Messeplatz aussehen: Nairy Baghramian, «S’adossant (Pauline)», 2023, © Nairy Baghramian.Jonathan Dorado/zVg The ArtistEs ist Kunstsommer. Alles schaut auf Europa – genauer auf Basel, und ja, natürlich auch auf Venedig. Am Rheinknie im Dreiländereck und in der italienischen Lagunenstadt finden die grössten Schauen ihrer Art statt: hier die weltweit bedeutendste Kunstmesse, dort die grösste und wichtigste Biennale der Welt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Art Basel und die Kunstbiennale von Venedig unterscheiden sich eigentlich kaum. Der Unterschied ist, um es in den Worten der Modewelt zu fassen, jener zwischen Haute Couture und Prêt-à-porter. Die Installationen und Performances in Venedig sind dieses Jahr besonders extravagant und für Sammler nicht gerade alltagstauglich. Die Auslegeordnung an den Galerieständen in Basel hingegen gibt sich wie immer trendbewusst und ist wie gewohnt schnell ausverkauft.Es sind dieselben grossen Namen der weltweiten Kunstszene, dieselben Neuentdeckten unter den jungen Hoffnungsträgern – in den Länderpavillons der Giardini gross präsentiert, auf dem Basler Messeplatz käuflich zu erwerben.So etwa die kürzlich verstorbene Grande Dame der afrikanischen Kunst, Seyni Awa Camara. Sie sorgte an einer der letzten Ausgaben der Art Basel in Paris für Aufsehen. Jetzt eröffnen ihre Terrakotta-Figuren von Fruchtbarkeitsgöttinnen die Hauptschau in Venedig. In diesem Schwerpunkt zur Art Basel lesen Sie über die faszinierende Künstlerin aus Senegal, die sozusagen über Nacht die Herzen der westlichen Kunstliebhaber erobert hat.Vor wenigen Jahren wiederum konnte an der Biennale in Venedig die iranisch-armenische Bildhauerin Nairy Baghramian entdeckt werden. Jetzt bespielt sie den Messeplatz in Basel. Ihre Intervention erstreckt sich über den 60 Meter langen Brunnen vor dem Messegebäude. Zu sehen ist eine rhythmische Anordnung von vier grossen Skulpturengruppen, die an vielteilige Körper in einem Zustand der Ruhe und der Schwebe erinnern.Damit betritt die in Berlin lebende Künstlerin nicht etwa Neuland. Sie hat auch schon die prominente Frontfassade des Metropolitan Museum in New York bespielt. Dort stellte sie abstrakte Skulpturen in die acht Nischen des Gebäudes – bunte Bouquets aus Form und Farbe.Die grosse Geste ist auch der Italienerin Marinella Senatore eigen. Letztes Jahr dominierte eine überdimensionale Leuchtarchitektur den Eingangsbereich der Art Basel Unlimited. Auch jetzt ist die Künstlerin während der Biennale in Venedig präsent. Wir stellen sie in diesen Spalten vor.Der Kunstsommer in Basel und Venedig dieses Jahr also ganz in Frauenhand? Nicht nur, aber ja, zu einem gewichtigen Teil durchaus.Nairy Baghramian X Art Basel 2026«Modèle vivant (S'empilant)»Vergangenes Jahr wurde Nairy Baghramian bei den ersten «Art Basel Awards» mit Gold ausgezeichnet, was zum Auftrag für «Modèle vivant (S'empilant)» (2026) führte, einer grossformatigen, ortsspezifischen Installation für den Brunnen auf dem Messeplatz vor der Schweizer Messe. Das speziell für den öffentlichen Platz konzipierte Werk erstreckt sich über den 60 Meter langen Brunnen und umfasst eine 48 Meter lange skulpturale Bank, die Besucher der Art Basel und Anwohner gleichermassen dazu einlädt, einen Moment innezuhalten.Passend zum Artikel