In der Politik kann man sich viel erlauben. Ob Intrige, Verrat oder Täuschung: Alles das ist erlaubt, solange es dem Zweck der Machtvermehrung des zur Macht Fähigen dient. Moralische Aspekte werden aufgrund der Heiligsprechung des Weges ausgeblendet, solange es dem großen Ziel nützt. Allerdings macht die erkennbare Lüge, die Täuschung der Öffentlichkeit, dabei eine große Ausnahme: Das Volk wendet sich dann ab, wenn es sich erkennbar nicht mehr ernst genommen fühlt.
Kai Wegner, der sich tatsächlich als groß empfand, hat bei seiner ersten wirklich großen Prüfung versagt. Sein Krisenmanagement zu Beginn des riesigen Stromausfalls im Berliner Südwesten Anfang Januar 2026 war desaströs, im Grunde war es gar keines. Bis heute wissen wir nicht genau, was der Spandauer am Vormittag des 3. Januar eigentlich getan hat oder ob er überhaupt was getan hat. Immer wieder kamen neue Themen von ihm auf den Tisch, die alte Gewissheiten ablösten. Und jeder fragt sich: Kann man einem Menschen, der gelogen hat, selbst dann noch glauben, wenn er die Wahrheit spricht?
Einer spricht die Unwahrheit: Wegner oder das Kanzleramt
Ganz offensichtlich war Kai Wegner von der damaligen Situation schlichtweg überfordert, und wenn ein Politiker eines nun überhaupt nicht zugeben will, dann ist es das Spektrum eigener Überforderung. Zu sehr und zu schnell kommt der Selbstklagende dann ins Fadenkreuz innerparteilicher Konkurrenten. Daher floh Wegner ins Gestrüpp der Lüge, die ja nur dann aufrechtzuerhalten ist, wenn sie geglaubt wird und wenn keiner nachfragt. Die Berliner Zeitung und auch der Tagesspiegel haben hier wiederholt nachgebohrt, bis ein Stein nach dem anderen fiel, wie das sprichwörtliche Kartenhaus, das hierbei zusammenbrach.











