Stellen Sie sich vor, ein Manager hätte sein Unternehmen mehr schlecht als recht durch die schwerste Krise seit Jahren manövriert – und niemand im Aufsichtsrat könnte sagen, wo er an jenem entscheidenden Morgen eigentlich war. Genau dieses Kunststück gelingt der Berliner CDU. Und wenn sie an der Spree zusammenkommt, um Kai Wegner ein zweites Mal zu ihrem Spitzenkandidaten zu küren, dann nominiert sie einen Bürgermeister, der in den vergangenen Monaten zwei Dinge eindrucksvoll bewiesen hat: dass er als Krisenmanager nicht existiert – und als Aufklärer seiner eigenen Rolle erst recht nicht. Es ist eine Nominierung gegen die Faktenlage, gegen die Umfragen, gegen die eigene Glaubwürdigkeit. Eine Partei auf Autopilot.
Die Parallelität der Ereignisse könnte grausamer kaum sein. Während in Reutlingen am Montagmorgen Ermittler in den Trümmern eines Umspannwerks Reste eines mutmaßlichen Brandbeschleunigers sichern und Staatsschutz wie Antiterrorzentrum die Frage nach einem terroristischen Hintergrund prüfen, während Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD) sagt, man müsse sich verteidigen, wisse aber noch nicht gegen wen – währenddessen lässt sich in Berlin ein Bürgermeister feiern, der die strukturell gleiche Lage vor fünf Monaten zur persönlichen Bewährungsprobe gemacht hat – und an ihr gescheitert ist.











