Um zu verstehen, in welcher dramatischen nationalen und internationalen Lage wir uns befinden, ist es wichtig, die westliche Kriegs- und Aufrüstungsbereitschaft, bei allen internen Widersprüchen, als Ideologie, als falsches, verkehrtes Bewusstsein zu durchschauen. Ansonsten können deren politische und mediale Erklärungsansprüche und Narrative, ihre davon angeleiteten gewalttätigen gesellschaftlichen Antworten und Lösungen, ihre kriegerischen Handlungsstrategien, Regeln und Ziele, ihre Machtlegitimationen und ihre scheinbar alternativlosen Dogmen, die sie als notwendige „Friedenspolitik“ zu verkaufen versucht, nicht erklärt und entlarvt werden. Wenn das nicht geschieht, kann sich auch kein wirksamer, also kompetenter nationaler und internationaler Widerstand mobilisieren.

Die westliche Ideologie des Liberalismus, des angeblich „freien (bürgerlichen) Individuums“ und der „freien Marktwirtschaft“ zwecks Erwerbs von Privateigentum und Macht, reicht bis in den Beginn der Eroberung von Ländern und Kontinenten, bis hinter die Entstehung des Kapitalismus und in den Schoß des feudalen Zeitalters zurück.

Die koloniale und imperiale Vorwärtsstrategie und -ideologie (und damit das Recht des Stärkeren), die Umsetzung der kriegerischen und ökonomischen Globalisierung, um das eigene und dann auch andere Länder blutig zu unterwerfen, die dortigen Ressourcen repressiv auszubeuten, die Bevölkerungen als billige Arbeitskräfte zu versklaven und notfalls, bei Widerstand, durch Völkermord umzubringen – all das begann mit der von Europäern vorangetriebenen Eroberung Amerikas, Afrikas, Asiens und Australiens.