Die Friedensforschung ist tot – oder liegt zumindest im Sterben. Zwar gibt es nach wie vor gut ausgestattete Institute, die sich mit dieser Bezeichnung schmücken. Doch das, was dort geforscht und gelehrt wird, hat sich von den Zielen der Gründergeneration weit entfernt. In den 1960er-Jahren war es darum gegangen, der militärisch gestützten Außenpolitik gewaltfreie Konzepte gegenüberzustellen. Und heute? Schauen wir beispielhaft auf die Direktorin des Hamburger Instituts für Friedensforschung. Sie befasse sich, so erklärte Ursula Schröder vor drei Jahren in der Interviewsendung Jung & Naiv, „mit Auslandseinsätzen des Militärs, mit Polizeiaufbau im Ausland“. Ein Selbstverständnis, das symptomatisch für eine ganze Disziplin steht.