Kanton hält an Umbauplänen für das historische Zürcher Rathaus fest und zieht Gerichtsurteil weiterDie Baudirektion will im Rathaus mehr Platz für den Parlamentsbetrieb schaffen. Dagegen hatte der Heimatschutz rekurriert.07.07.2026, 13.55 Uhr2 LeseminutenDie Baudirektion wollte das Rathaus umgestalten, um mehr Platz für den Parlamentsbetrieb zu schaffen.Christoph Ruckstuhl/NZZDer Heimatschutz frohlockte. «Das Zürcher Rathaus bleibt integral erhalten», teilte er vor wenigen Tagen mit und verwies auf seinen Erfolg vor dem Baurekursgericht: Dieses hatte den Rekurs des Heimatschutzes weitgehend gutgeheissen und die Pläne der Baudirektion für den Umbau des historischen Rathauses gestoppt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Damit ist die Sanierung des Ende des 17. Jahrhunderts erbauten Gebäudes an der Limmat aber noch nicht vom Tisch. Denn der Kanton zieht das Urteil an das Verwaltungsgericht weiter, wie er am Dienstag (7.7.) bekanntgab.Der Entscheid des Baurekurses verhindere die «zeitgemässe Nutzung» des Rathauses als Parlamentsgebäude und damit die Fortsetzung von dessen Tradition als «Haus der Demokratie», schreibt nun die Baudirektion.Sie sah vor, den Ratssaal, der zwei Etagen einnimmt, ins zweite Geschoss zu verlegen. Konkret sollte zwischen dem ersten und dem zweiten Geschoss eine Decke eingezogen und der Raum darüber bis unter das Dach genutzt werden. So wollte der Kanton mehr Platz für den Parlamentsbetrieb von Stadt und Kanton schaffen.Das Modell zeigt links den heutigen Zustand im Rathaus. Rechts ist Verlegung des Ratssaals in den zweiten Stock zu sehen.Katrin Garattini / VisualisierungUm den Umbau im historischen Gebäude zu ermöglichen, erliess die Baudirektion eine Schutzverfügung – mit einer Einschränkung, die die Verlegung des Ratssaals erlaubt. Der Heimatschutz reagierte empört und erklärte, dadurch würde der historische Ratssaal und die barocke Dachkonstruktion des Zürcher Ratshauses «weitgehend zerstört».Noch vor zwei Jahren sagte der Baudirektor Martin Neukom (Grüne) zur NZZ, die juristische Abwägung werde spannend. «Was ist wichtiger: Dass das Rathaus im Zustand ab 1833 erhalten bleibt, in dem sich der moderne Kanton Zürich spiegelt? Oder dass das Parlament an den Ort zurückkehren kann, wo in Zürich seit über 300 Jahren Politik gemacht wird?»Das Gericht zerzauste die Pläne der Baudirektion. Diese liessen sich nicht mit den Schutzzielen für das Rathaus vereinbaren, heisst es im Entscheid. Zudem hätten «reine Komfortinteressen» wie mehr Sitzungszimmer unter einem Dach oder bessere Platzverhältnisse» klar hinter dem «hohen Interesse an der ungeschmälerten Erhaltung dieses unbestrittenermassen hochrangigen Schutzobjekts von nationaler Bedeutung» zurückzutreten. Die Nutzung müsse sich dem Gebäude anpassen, nicht umgekehrt.Wegen des laufenden Verfahrens bestehe beim Umbauprojekt für das Rathaus keine Planungssicherheit, schreibt der Kanton. Bis diese geschaffen ist, soll die Planung ruhen. Kantonsrat und Stadtparlament halten ihre Sitzungen weiterhin im provisorischen Rathaus am Bullingerplatz im Kreis 4 ab.Passend zum Artikel
Nach Heimatschutz-Erfolg beim Zürcher Rathaus: Kanton zieht Gerichtsurteil weiter
Die Baudirektion will im Rathaus mehr Platz für den Parlamentsbetrieb schaffen. Dagegen hatte der Heimatschutz rekurriert.






