Mit einer staatlichen Erdgasreserve für Krisenfälle möchte die Bundesregierung die Stabilität des Energiesystems erhöhen.Wie das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) mitteilte, liege ein innerhalb der Regierung abgestimmter Plan vor, um die Gasversorgung auch in außergewöhnlichen Situationen abzusichern. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters über den Plan berichtet.

Finanziert werden sollen die Kosten in Milliardenhöhe für die Reserve nicht aus dem Bundeshaushalt, sondern über eine Umlage auf die Gasverbraucher.Nach Reuters-Informationen von einem Insider werden die Kosten für Aufbau und Gaseinkauf auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Sie sollen sich auf die Jahre 2027 und 2028 verteilen. Hinzu kämen laufende Kosten von 150 bis 180 Millionen Euro jährlich.

Der ​Plan sieht den Angaben zufolge eine Reserve von rund 24 Terawattstunden (TWh) vor, was etwa zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität entspricht.

Erste Befüllung 2027 geplantUm den ⁠Gasmarkt nicht zu beeinflussen, ⁠soll die Beschaffung über zwei bis drei Jahre gestreckt werden. Die erste Befüllung ist laut Ministerium für den Sommer 2027 geplant.Reiche hatte eine solche Reserve in der Vergangenheit als ‌Notfallinstrument für die Bundesnetzagentur bezeichnet. Sie soll laut Ministerium helfen, Abschaltungen einzelner Industriekunden zu verhindern und Zeit für Reparaturen oder alternative Importe zu gewinnen.