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Energiepolitik: Regierung plant strategische Gasreserve Ölreserven für Krisenfälle gibt es bereits. Nun arbeitet die Bundesregierung an einer Erdgasreserve. Was dazu bekannt ist.
07.07.2026 - 09:04 Uhr Zahlreiche Rohre verlaufen an einer technischen Anlage zur Verdichtung von Erdgas. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpaDie Bundesregierung will für Krisenfälle eine strategische Gasreserve aufbauen. Im Bundeswirtschaftsministerium wurde am Dienstag ein entsprechender Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt.Angestrebt werde ein Kabinettsbeschluss Mitte August, erfuhr Reuters von einem Insider. Die Reserve solle ausdrücklich nicht der saisonalen Winterversorgung dienen. Dies bleibe Aufgabe von Händlern, Lieferanten und Versorgern. Der Staat solle aber für Extremfälle vorsorgen, etwa bei Sabotage an Infrastruktur oder einer globalen Gasmangellage.Ein Konzept des Ministeriums sieht dem Insider zufolge vor, dass die Reserve rund 24 Terawattstunden Gas umfassen soll. Das entspreche knapp zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität. Die Kosten für Aufbau, Gaseinkauf und Einspeicherung der Reserve würden auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt und sich auf die Jahre 2027 und 2028 verteilen. Hinzu kämen laufende Kosten von 150 bis 180 Millionen Euro jährlich, unter anderem für Speicherkapazitäten, Transport und Verwaltung. Finanziert werden solle die Reserve über eine Umlage auf die Gasverbraucher.Gasimporte So riskant ist Deutschlands Gassommer Importeure schließen Gas-Lieferverträge ab. Aber schnell greifen die kaum. Zugleich wird es mit jeder Woche schwieriger, die Speicher pünktlich zum Winter zu füllen. Ob es gelingt? von Florian GüßgenWirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte eine solche Reserve in der Vergangenheit als Notfallinstrument bezeichnet. Mit der Gasreserve soll demnach das Instrumentarium der Bundesnetzagentur erweitert werden. In einer Gasmangellage ist die Behörde für Eingriffe zuständig. Die Reserve soll demnach helfen, Versorgungsengpässe zu vermeiden oder hinauszuzögern, Abschaltungen einzelner Industriekunden möglichst zu verhindern und Zeit für Reparaturen oder alternative Importe zu gewinnen.Die Grünen begrüßten den Vorstoß. „Es ist richtig, eine Gasreserve einzuführen“, sagte ihr energiepolitischer Sprecher, Michael Kellner, der Agentur Reuters. „Die angedachte Befüllung im nächsten Jahr kommt allerdings für diesen Winter zu spät. Hier droht erneut eine Zitterpartie.“Insider: Absicherung für Ausfall der GaslieferungenAbgesichert werden soll dem Insider zufolge ein 30-tägiger Ausfall der größten Importinfrastruktur, konkret des Anlandepunktes Dornum in Niedersachsen, über den ein großer Teil der norwegischen Pipeline-Lieferungen in Deutschland ankommt.Mit 24 Terawattstunden ließen sich nach den internen Berechnungen auch rund 40 Tage Ausfall von LNG-Importen oder zehn Tage Vollversorgung von Haushalten und Gewerbe in einem Extremwinter bei Ausfall sämtlicher Pipeline- und LNG-Importe abdecken. In einem Normalwinter wären es demnach 18 Tage.Der internen Zeitplanung zufolge könnte der Bundestag erstmals Ende September über das Vorhaben beraten. Die Regelung könnte demnach zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick










