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Energie: So will sich Deutschland gegen eine Gaskrise wappnen Eine strategische Erdgas-Reserve soll Deutschland vor Engpässen und Angriffen schützen. Die Kosten gehen in die Milliarden und sollen von den Verbrauchern getragen werden.
07.07.2026 - 08:44 Uhr Artikel anhörenGasspeicher in Schleswig-Holstein: Mehr Gas für die Krise. Foto: dpaAus dem Ministerium verlautete, es liege ein innerhalb der Regierung abgestimmter Plan vor, um die Gasversorgung auch in außergewöhnlichen Situationen abzusichern. Ziel sei es, die Resilienz des Energiesystems zu erhöhen. Finanziert werden sollen die Kosten in Milliardenhöhe für die Reserve nicht aus dem Bundeshaushalt, sondern über eine Umlage auf die Gasverbraucher. Nach Reuters-Informationen von einem Insider werden die Kosten für Aufbau und Gaseinkauf auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt.Der Plan sieht den Angaben zufolge eine Reserve von rund 24 Terawattstunden (TWh) vor, was etwa zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität entspricht. Um den Gasmarkt nicht zu beeinflussen, soll die Beschaffung über zwei bis drei Jahre gestreckt werden. Die erste Befüllung ist laut Ministerium für den Sommer 2027 geplant. Über den Einsatz der Reserve soll im Krisenfall die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler entscheiden, etwa bei plötzlichen Importausfällen. Die neue Umlage soll den Angaben zufolge deutlich geringer ausfallen als die Ende 2025 auslaufende Gasspeicherumlage.Laut dem Konzept des Ministeriums, das auch dem Handelsblatt vorliegt, werden die Kosten für Aufbau und Gaseinkauf auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt, die sich auf die Jahre 2027 und 2028 verteilen. Hinzu kämen laufende Kosten von 150 bis 180 Millionen Euro jährlich.Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte eine solche Reserve in der Vergangenheit als Notfallinstrument bezeichnet. Mit der Gasreserve soll demnach das Instrumentarium der Bundesnetzagentur erweitert werden. In einer Gasmangellage ist die Behörde für Eingriffe zuständig. Die Reserve soll demnach helfen, Versorgungsengpässe zu vermeiden oder hinauszuzögern, Abschaltungen einzelner Industriekunden möglichst zu verhindern und Zeit für Reparaturen oder alternative Importe zu gewinnen.Mindestens zehn Tage volle Versorgung gesichertDie Grünen begrüßten den Vorstoß. „Es ist richtig, eine Gasreserve einzuführen“, sagte ihr energiepolitischer Sprecher, Michael Kellner, der Agentur Reuters. „Die angedachte Befüllung im nächsten Jahr kommt allerdings für diesen Winter zu spät. Hier droht erneut eine Zitterpartie.“Abgesichert werden soll dem Insider zufolge ein 30-tägiger Ausfall der größten Importinfrastruktur, konkret des Anlandepunktes Dornum in Niedersachsen, über den ein großer Teil der norwegischen Pipeline-Lieferungen in Deutschland ankommt. Mit 24 Terawattstunden ließen sich nach den internen Berechnungen auch rund 40 Tage Ausfall von LNG-Importen oder zehn Tage Vollversorgung von Haushalten und Gewerbe in einem Extremwinter bei Ausfall sämtlicher Pipeline- und LNG-Importe abdecken. In einem Normalwinter wären es demnach 18 Tage.Der internen Zeitplanung zufolge könnte der Bundestag erstmals Ende September über das Vorhaben beraten. Die Regelung könnte demnach zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. rtr Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt











