PfadnavigationHomePolitikDeutschlandKrisenvorsorgeBundesregierung plant staatliche Gasreserve – Bürger sollen offenbar sämtliche Kosten tragenStand: 09:20 UhrLesedauer: 2 MinutenBayern, Reichling: Blick auf die Gasbohranlage im August 2025Quelle: Peter Kneffel/dpaEine staatliche Erdgasreserve soll Deutschland künftig besser auf außergewöhnliche Krisen vorbereiten. Die Finanzierung ist über eine Umlage auf Gasverbraucher vorgesehen.Im Bundeswirtschaftsministerium gibt es konkrete Pläne für eine staatliche Erdgasreserve für Krisenfälle. Die Kosten in Milliardenhöhe sollen über eine Umlage auf die Gasverbraucher finanziert werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von einem Insider erfuhr. Angestrebt werde ein Kabinettsbeschluss Mitte August. Die Reserve solle ausdrücklich nicht der saisonalen Winterversorgung dienen. Dies bleibe Aufgabe von Händlern, Lieferanten und Versorgern. Der Staat solle aber für Extremfälle vorsorgen, etwa bei Sabotage an Infrastruktur oder einer globalen Gasmangellage.Ein Konzept des Ministeriums sieht dem Insider zufolge vor, dass die Reserve rund 24 Terawattstunden Gas umfassen soll. Das entspreche knapp zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität. Die Kosten für Aufbau, Gaseinkauf und Einspeicherung der Reserve würden auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt und sich auf die Jahre 2027 und 2028 verteilen. Hinzu kämen laufende Kosten von 150 bis 180 Millionen Euro jährlich, unter anderem für Speicherkapazitäten, Transport und Verwaltung. Finanziert werden solle die Reserve über eine Umlage auf die Gasverbraucher.Lesen Sie auchWirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte eine solche Reserve in der Vergangenheit als Notfallinstrument bezeichnet. Mit der Gasreserve soll demnach das Instrumentarium der Bundesnetzagentur erweitert werden. In einer Gasmangellage ist die Behörde für Eingriffe zuständig. Die Reserve soll demnach helfen, Versorgungsengpässe zu vermeiden oder hinauszuzögern, Abschaltungen einzelner Industriekunden möglichst zu verhindern und Zeit für Reparaturen oder alternative Importe zu gewinnen.Die Grünen begrüßten den Vorstoß. „Es ist richtig, eine Gasreserve einzuführen“, sagte ihr energiepolitischer Sprecher, Michael Kellner, der Agentur Reuters. „Die angedachte Befüllung im nächsten Jahr kommt allerdings für diesen Winter zu spät. Hier droht erneut eine Zitterpartie.“Lesen Sie auchAbgesichert werden soll dem Insider zufolge ein 30-tägiger Ausfall der größten Importinfrastruktur, konkret des Anlandepunktes Dornum in Niedersachsen, über den ein großer Teil der norwegischen Pipeline-Lieferungen in Deutschland ankommt. Mit 24 Terawattstunden ließen sich nach den internen Berechnungen auch rund 40 Tage Ausfall von LNG-Importen oder zehn Tage Vollversorgung von Haushalten und Gewerbe in einem Extremwinter bei Ausfall sämtlicher Pipeline- und LNG-Importe abdecken. In einem Normalwinter wären es demnach 18 Tage.Lesen Sie auchDer internen Zeitplanung zufolge könnte der Bundestag erstmals Ende September über das Vorhaben beraten. Die Regelung könnte demnach zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Reuters/ceb
Bundesregierung plant staatliche Gasreserve – Bürger sollen sämtliche Kosten tragen - WELT
Eine staatliche Erdgasreserve soll Deutschland künftig besser auf außergewöhnliche Krisen vorbereiten. Die Finanzierung ist über eine Umlage auf Gasverbraucher vorgesehen.











